Was wäre unser Land ohne die Arbeitgeber?

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Diese Frage stellt die Wirtschaftskammer auch heuer am 30. April. Denn es ist der unternehmerische Mittelstand, der unser Land trägt. Es sind die Unternehmer, die täglich Verantwortung übernehmen, die Arbeitsplätze schaffen, die mit ihrer Steuerleistung den Großteil des Sozialsystems finanzieren, die tausenden jungen Menschen mit der Lehre im Betrieb eine Zukunftsperspektive geben und die Wohlstand in unserem Land erwirtschaften. Vielen ist aber der Beitrag, den unsere Unternehmer für die Gesellschaft leisten, unbekannt.

Unternehmer leben tagtäglich soziale Verantwortung

Zum Beispiel, dass der unternehmerische Mittelstand Österreich durch die Krise getragen hat und nicht nur für wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Stabilität sorgt. Denn dank der Leistungen der Betriebe weist Österreich den seit langem höchsten Beschäftigtenstand auf. Darüber hinaus leben Unternehmer tagtäglich soziale Verantwortung. 40 Prozent aller Sozialbeiträge werden von den Arbeitgebern finanziert, viele Leistungen, die die Allgemeinheit in Anspruch nimmt, werden wie etwa die Schülerfreifahrt oder Urlaubs- und Krankengeld fast ausschließlich von den Dienstgebern gezahlt.

Nicht der Staat oder die Politik schaffen Arbeitsplätze, sondern allein die Unternehmer

Zusätzlich ist der unternehmerische Mittelstand der größte Arbeitgeber in unserem Land. Fakt ist, dass nicht der Staat oder die Politik Arbeitsplätze schaffen, sondern allein die Unternehmer derzeit 2,7 Millionen Jobs sichern und die duale Lehrlingsausbildung im Betrieb zum Erfolgsmodell Made in Austria machen. So gehört Österreich dank seiner 33.500 Ausbilderbetriebe zu den Ländern mit der geringsten Jugendarbeitslosigkeit innerhalb der EU. Auch beim Export zählen unsere Betriebe zu Europas Spitze und erwirtschaften Exportrekorde. Österreich verdient sechs von zehn Euro durch den Außenhandel, während bereits jeder fünfte Arbeitsplatz vom Export abhängt.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind ein Team

Nicht zuletzt sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Team. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern zusätzliche finanzielle Absicherung in Form von Pensionsplänen oder betrieblicher Altersvorsorge, eigene Gesundheitsprogramme und umfangreiche Weiterbildungsangebote. Nutzen Sie daher den Tag der Arbeitgeber, um in Ihrem Umfeld auf die Rolle und die Leistungen des Wiener Unternehmertums aufmerksam zu machen! Wir sind allein in Wien 129.000 Zeugen, die wissen, wovon sie reden.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 17, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Mariahilfer Straße: Politik muss ihr Wort halten

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Bei der „BürgerInnen-Befragung“ im sechsten und siebenten Bezirk zur Zukunft der Mariahilfer Straße vor mehr als einem Monat gab es ein klares Ja zu weiteren Querungen. Die Bewohner der beiden Bezirke sind dabei dem wichtigsten Anliegen der ansässigen Unternehmerinnen und Unternehmer gefolgt, die von der Trennung der beiden Bezirke durch die Mariahilfer Straße Neu ganz besonders betroffen sind und dringende Änderungen eingefordert haben. Doch bis heute hat die längste Einkaufsstraße Wiens keine weiteren Querungen bekommen.

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Lohnnebenkosten: Jetzt geht’s endlich runter

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Können Sie sich noch erinnern, wann zum letzten Mal die Lohnnebenkosten für Arbeitgeberbetriebe in Österreich gesenkt wurden? Vermutlich nicht. Denn in Österreich ist es zur Gewohnheit geworden, Lohnnebenkosten anzuheben. Arbeitgeber müssen mittlerweile für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als doppelt so viel zahlen wie bei den Lohnempfängern am Konto letztendlich ankommt. Doch jetzt stehen die Zeichen auf Besserung. Denn mit 1. Juli wird bei den Lohnnebenkosten der jahrelange Trend nach oben endlich gestoppt und umgedreht. In einem ersten Schritt sinken die Arbeitgeber-Beiträge zur Allgemeinen Unfallversicherung um fast acht Prozent. In einem weiteren Schritt werden mit 1. Jänner 2015 die Arbeitgeber-Beiträge zum Insolvenzentgeltfonds um mehr als 22 Prozent reduziert. In Summe kommt es zu einer Entlastung der österreichischen Arbeitgeberbetriebe von fast 200 Millionen Euro pro Jahr.

Signal der Unternehmerfreundlichkeit

Diese Entlastung wirkt als zusätzlicher Turbo für wirtschaftlichen Erfolg, ist ein Signal der Unternehmerfreundlichkeit und unterstützt den Aufschwung in Österreich. Und sie ist ein Signal an Investoren und internationale Konzerne, denn nirgendwo sonst sind die Arbeitskosten in der Euro-Zone so stark gestiegen wie in Österreich. Deshalb war das Ausverhandeln der Lohnnebenkostensenkung so wichtig und richtig. Gleiches gilt auch für den Handwerker-Bonus, der nun ebenfalls mit 1. Juli Realität wird. Auch hier hat sich gezeigt, dass die Bundesregierung neuen, innovativen Ansätzen offen gegenübersteht, wenn sie nachvollziehbar argumentiert werden können. Nun hat der Handwerker-Bonus endlich Gelegenheit zu zeigen, dass steuerliche Anreize eine Eindämmung der Schwarzarbeit und zusätzliche Aufträge für unsere Handwerksbetriebe bringen können – und dass nach einer erfolgreichen Pilotphase eine Verlängerung und Ausweitung dieser Maßnahme ein Muss ist.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 14, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Klimaziele dürfen unseren Wohlstand nicht gefährden

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Die Staats- und Regierungschefs der EU haben die heikle Entscheidung über die gemeinsamen, europäischen Klimaziele für die Jahre 2020 bis 2030 auf Herbst vertagt. Dieser Schritt ist sehr zu begrüßen. Denn der Vorschlag der EU-Kommission, den CO2-Ausstoß in Europa bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, bedroht energieintensive Wirtschaftsbereiche massiv. Ein Abwandern ganzer Industriesparten und ein Verlust hunderttausender Arbeitsplätze könnten die Folge sein. Dabei strebt die EU zugleich das Ziel an, den Anteil der Industrie an der Gesamtwertschöpfung bis 2020 von 15 auf 20 Prozent zu steigern. Ohne das entsprechende Umfeld bleiben diese Ziele aber unerreichbar. Daher war es mir auch wichtig, vor dem EU-Gipfel die dramatischen Konsequenzen der vorgeschlagenen Klimaziele im Hauptausschuss des Nationalrates zum Thema zu machen. Denn Klimaziele müssen auf die Wirtschaftspolitik abgestimmt sein, müssen diese sinnvoll ergänzen und dürfen unseren Wohlstand nicht gefährden.

Verantwortung gerecht aufteilen

Vernünftige Klimaziele, zu denen sich selbstverständlich auch die Wirtschaft bekennt, müssen auf drei Säulen errichtet werden. Erstens sind die CO2-Reduktionsziele auf verbindliche Teilziele der einzelnen Länder und Wirtschaftsbereiche herunterzubrechen, um die Verantwortung gerecht aufzuteilen. Dabei ist bereits Erreichtes einzurechnen, denn viele österreichische Unternehmen haben mit einem zum Teil erheblichen Investitionsaufwand ihre CO2-Bilanz schon stark verbessert. Zweitens muss festgelegt werden, wie der Anteil an erneuerbaren Energiegewinnungsformen bis 2030 in jedem Mitgliedstaat zu steigern ist. Andernfalls werden jene Staaten einseitig bevorzugt, die auf Atomenergie setzen – und das wäre untragbar. Im derzeitigen Vorschlag der EU-Kommission fehlt der Faktor erneuerbare Energie völlig. Und drittens ist wesentlich, wie stark der Energieverbrauch in den kommenden Jahren reduziert werden muss, denn ambitionierte Klimaziele sind ohne Energieeinsparungen nicht erreichbar. Auch das fehlt im derzeitigen Vorschlag.

Alleingang bringt global betrachtet wenig

Nicht zuletzt sollten europäische Klimaziele auch auf die Maßnahmen anderer führender Wirtschaftsräume der Welt abgestimmt werden – insbesondere auf China und die USA. Denn Umweltauflagen sind ein Kostenfaktor, der sich auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auswirkt und unmittelbar auf die Standortentscheidung Einfluss nimmt. Zudem ist die EU nur für rund zwölf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Ein allzu ambitionierter Alleingang schadet uns also nur und bringt global betrachtet wenig.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 13, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Mariahilfer Straße Neu: Querungen durchgesetzt

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Interessenvertretung ist das Bohren harter Bretter. Doch wer konsequent seine Ziele verfolgt, wird am Ende des Tages Erfolg haben. So hat es sich auch bei dem Verkehrskonzept rund um die Mariahilfer Straße ausgezahlt, die negativen Auswirkungen des derzeitigen Probebetriebs auf viele UnternehmerInnen des sechsten und siebenten Bezirks permanent zum Thema zu machen und wesentliche Adaptierungen einzufordern. Insbesondere braucht es Querungsmöglichkeiten, damit die beiden Bezirke nicht voneinander getrennt, die Erreichbarkeit der Betriebe nicht behindert und Fahrzeiten für Lieferanten und Kunden nicht unnötig verlängert werden. Das wurde auch durch mehrere Studien belegt, die wir in Auftrag gegeben haben und die viel Aufsehen erregt haben. Jetzt ist fix, dass es diese Querungen geben wird. Zudem gibt es die Zusage der Stadt, in konkrete Gespräche mit der Wirtschaftskammer Wien über weitere Adaptierungen treten zu wollen. Mit diesen Gesprächen werden wir schon in diesen Tagen beginnen.

Konstruktiv und lösungsorientiert

Wir werden die Verhandlungen nutzen, um so konstruktiv und lösungsorientiert wie bisher nach Möglichkeiten zu suchen, um die Fußgänger- und Begegnungszone in der Mariahilfer Straße und vor allem auch die damit verbundene neue Verkehrsorganisation in den Seitenstraßen unternehmerfreundlicher zu machen. Dazu gehört beispielsweise die Frage, in welchen Bereichen und wie rasch Querungen konkret umgesetzt werden und wie das Einbahnsystem in den Seitengassen entflochten werden kann. Zudem wird es in der Begegnungszone sinnvoll sein, für jede Fahrzeugart das absolute Halteverbot in ein Parkverbot umzuwandeln – auch für Private, um ein kurzes Zufahren etwa zu einem Geschäft zu ermöglichen. Und nicht zuletzt wird im Detail zu diskutieren sein, wie und in welchen Phasen ab Ende Mai der Umbau erfolgen soll und wie Unternehmer während der Bauzeit möglichst wenig betroffen werden.

Mehrwert für die UnternehmerInnen

Nach dem grundsätzlichen Ja der von der Stadt befragten BürgerInnen zu einer Neugestaltung der Mariahilfer Straße gilt es nun, einen Mehrwert für die UnternehmerInnen der beiden Bezirke zu erreichen. Zu ertragen hatten sie in den letzten Monaten ja schon viel, und auch die Umbauzeit wird nicht einfach sein. Am Ende muss es aber eine Lösung geben, zu der auch die UnternehmerInnen grundsätzlich Ja sagen können.

 

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 11, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Mehr Jugendliche für die Lehre begeistern

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Bei den Berufsweltmeisterschaften World-Skills 2015 in São Paulo werden mehr als 1000 Jungfachkräfte aus allen Kontinenten gegeneinander antreten. Es geht um begehrte Medaillen in fast 50 verschiedenen Berufen. Auch aus Österreich werden dutzende Kandidaten an den Start gehen und zeigen, welche Talente die duale Berufsausbildung in Österreich hervorbringt. Für uns ist dies die große Chance, mit Fachkompetenz zu punkten und zu zeigen, dass wir auch als kleines Land zu Spitzenleistungen fähig sind. Wie positiv sich die duale Berufsausbildung auf das Fachkräfteangebot und die Lebensperspektiven junger Menschen auswirkt, wird innerhalb der EU zunehmend zum Thema. Insbesondere wegen der dramatischen Jugendarbeitslosigkeit, unter der die meisten EU-Länder leiden.

Bestens ausgebildete Fachkräfte sind in der Wirtschaft immer gefragt

In Österreich und Deutschland ist die Situation anders. Beide Länder haben ein duales Ausbildungssystem und eine hohe Jugendbeschäftigung. Wir bilden unsere Fachkräfte direkt in den Betrieben und gleichzeitig in den Berufsschulen aus, haben hervorragende Ausbildner in den Unternehmen und setzen alles daran, dass unsere Jugendlichen ein starkes Fundament erhalten, auf dem sich ein erfolgreiches Berufsleben aufbauen lässt. Denn bestens ausgebildete Fachkräfte sind in der Wirtschaft immer gefragt – in konjunkturell stärkeren wie auch in schwächeren Zeiten. Daher exportieren wir mittlerweile unsere Erfahrungen mit der dualen Ausbildung und unterstützen unsere Partner in der EU, die sich für das Erfolgsmodell Lehre interessieren und es umsetzen wollen. Aktuelles Beispiel ist die Slowakei, wo die Wirtschaftskammer die slowakische Regierung bei der Wiedereinführung einer dualen Berufsausbildung unterstützt. Auch mit Rumänien gibt es eine ähnliche Initiative. Und selbst große Länder wie Frankreich, Spanien oder das neue Mitgliedsland Kroatien finden großen Gefallen am Weg Österreichs und Deutschlands.

Hoher Wert einer Lehrausbildung

Diese Entwicklung zeigt, wie richtig wir mit unserer dualen Ausbildung liegen. Es ist daher wichtig, die Lehre attraktiv zu halten und die österreichische Bevölkerung wieder und wieder an den hohen Wert einer Lehrausbildung zu erinnern. Denn aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen muss sich ein größerer Anteil an Jugendlichen als bisher für die Lehre entscheiden, um dem Bedarf der Unternehmen abzudecken. Derzeit machen in Wien nur noch rund 30 Prozent der Jugendlichen eines Jahrgangs eine Lehre. Für einen zukunftsorientierten Wirtschafts- und Arbeitsstandort ist das zu wenig.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 9, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Unsere Zukunft heißt Europa

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EU-Flagge

Niemand steht gerne vor verschlossenen Türen. Die Wirtschaft schon gar nicht. Es ist daher kein Zufall, dass die EU heute bereits 28 Mitgliedstaaten zählt und sich weitere fünf Staaten um einen Beitritt bemühen. Denn nur eine Mitgliedschaft im erfolgreichsten Staatenverbund der Welt bringt einen freien Zugang zum EU-Binnenmarkt mit mehr als 500 Millionen Menschen. Nur eine Mitgliedschaft bringt einen Zugang zu den mit hunderten Milliarden Euro gefüllten Fördertöpfen. Nur eine Mitgliedschaft bringt ein Mitbestimmungsrecht bei allen Fragen, die uns Österreicherinnen und Österreicher im Großen wie im Kleinen betreffen – von der Freihandelszone über die Lebensmittelsicherheit bis zur Stabilität unseres Währungssystems. Und nur die Mitgliedschaft ermöglicht die Teilhabe an dem vielleicht bahnbrechendsten Friedensprojekt der Menschheitsgeschichte. Frieden ist die Grundlage für langfristiges wirtschaftliches Wachstum, Aufschwung und Wohlstand.

Wohlstand baut auf Europa auf

Den eingeschlagenen Weg gilt es weiterzugehen. Das bekräftigen auch Untersuchungen des WIFO. Demnach hat uns die Mitgliedschaft pro Jahr im Schnitt 0,9 Prozent zusätzliches Wirtschaftswachstum und 17.000 zusätzliche Arbeitsplätze gebracht. Unser Wohlstand baut auf Europa auf, auch weil unsere Unternehmen in vielen EU-Ländern zu den führenden Investoren gehören. 70 Prozent unserer Handelsbeziehungen wickeln wir heute mit EU-Staaten ab. Europa ist unsere Zukunft, Österreich muss eine treibende Kraft in Europa bleiben und an vorderster Front mitgestalten.

Europa zur innovativsten Region der Welt machen

Eine aktive Mitgestaltung wird auch zunehmend wichtiger. Denn die Herausforderungen unserer Zeit erfordern immer öfter europäische Antworten. Eine davon ist der Aufbau einer Bankenunion mit einer einheitlichen Bankenaufsicht und einer einheitlichen Bankenabwicklung. Eine andere ist die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Auch beim Kampf gegen die hohe (Jugend-)Arbeitslosigkeit und bei der zielgerichteten Sanierung der europäischen Staatshaushalte ist eine enge Zusammenarbeit und wechselseitige Abstimmung zwischen den EU-Staaten sinnvoll. Zugleich müssen die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten mit noch mehr Konsequenz an ihrem Ziel arbeiten, Europa zur innovativsten Region der Welt zu machen, zum Hot Spot für Forschung & Entwicklung, Kreativität und neuen Ideen. Nur dann werden wir wirtschaftliches Wachstum sicherstellen und wettbewerbsfähig bleiben.

Mariahilfer Straße: Zurück an den Start

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70 Prozent der Unternehmer aus den Bezirken Mariahilf und Neubau lehnen das derzeitige Konzept rund um die Mariahilfer Straße ab. Besonders groß ist die Ablehnung unter den Händlern, den Gewerbe- und Handwerksbetrieben sowie den Gastronomen – also unter jenen, die die Erdgeschoßzonen in den beiden Bezirken maßgeblich prägen und auf eine starke Kundenfrequenz angewiesen sind. Schon knapp jeder dritte Betrieb berichtet laut Unternehmerbefragung von Umsatzrückgängen in den vergangenen Monaten. Ein dramatisches Ergebnis! Schließlich geht es um die wirtschaftliche Existenz der rund 8000 Unternehmen in den Bezirken Neubau und Mariahilf mit 60.000 Arbeitsplätzen und fast 700 Lehrlingen. Die Betriebe fordern daher mit großer Mehrheit ein Zurück an den Start. Die Stadt Wien und die beiden Bezirke sind jetzt aufgerufen, die Notbremse zu ziehen, das Projekt einzufrieren und einen neuen Entwicklungsprozess zu starten, bei dem die Interessen aller Menschen in den Bezirken berücksichtigt werden. Die Wirtschaftstreibenden müssen unterstützt und nicht belastet werden.

Steuerpaket top, Mariahilfer Straße flop

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Nach langen, zähen Verhandlungen ist den Vertretern der Wirtschaftskammer – allen voran WKÖ-Präsident Christoph Leitl – ein Durchbruch gelungen. Erfolgreich konnten die im Entwurf des Abgabenänderungsgesetzes vorgesehenen Belastungen für Unternehmer abgewendet werden. In fünf Punkten wurden substanzielle Verbesserungen zugunsten der Wirtschaft erreicht. Diese bringen positive Impulse für die Realwirtschaft, schaffen im Fall des Äquivalents zum steuerbegünstigten 13./14. Bezug Gerechtigkeit für Selbstständige und bringen Wachstum in wirtschaftlich nach wie vor schwierigen Zeiten. Eckpunkte des Fünf-Punkte-Pakets, das die Wirtschaftsvertreter erkämpft haben, sind der Erhalt des steuerbegünstigten Gewinnfreibetrags für Wirtschaftstreibende, die Beibehaltung der bestehenden Regelungen zur GmbH light, die Senkung der Lohnnebenkosten um jeweils 0,1 Prozentpunkte im Bereich der AUVA- und der Insolvenzentgeltfonds-Beiträge, die Einführung eines Handwerkerbonus und das geplante Arbeitsmarktpaket, um Beschäftigung und Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu unterstützen. Die Umsetzung dieses Pakets im Parlament bringt eine entscheidende Verbesserung für Gründer und etablierte Unternehmer und leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Wachstum und Beschäftigung.

Notbremse ziehen

Bei einem ganz anderen Thema, nämlich der Verkehrsorganisation rund um die Mariahilfer Straße, steht ein Einlenken der politischen Parteien noch aus. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Peter Hajek im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien lehnen 70 Prozent der Unternehmer aus Neubau und Mariahilf das derzeitige Konzept ab und kämpfen mit den negativen Auswirkungen. Besonders betroffen sind der Handel, die Gewerbe- und Handwerksbetriebe sowie die Gastronomen – also jene, die die Erdgeschoßzonen maßgeblich prägen und auf eine starke Kundenfrequenz angewiesen sind. Die Betriebe Fordern daher mit großer Mehrheit ein Zurück an den Start. Schließlich geht es um die wirtschaftliche Existenz von 9000 Unternehmen mit 60.000 Arbeitsplätzen. Die Stadt Wien und die beiden Bezirke sind jetzt aufgerufen, die Notbremse zu ziehen, das Projekt einzufrieren und einen neuen Entwicklungsprozess zu starten, bei dem die Interessen aller Menschen in den Bezirken berücksichtigt werden.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 7, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Fachkräfteangebot sicherstellen

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Spricht man mit erfolgreichen Unternehmen und fragt sie nach den Gründen für ihren Erfolg, dann bekommt man immer zu hören: Weil wir hervorragend ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Und zunehmend mehr Unternehmen betonen diesen Umstand, weil es immer schwieriger wird, gute MitarbeiterInnen zu bekommen. Tatsächlich betrifft der Mangel an qualifiziertem Personal nicht nur Branchen, die von Wirtschaftsforschern gerne genannt werden – Hotellerie, Gastronomie, Bauwirtschaft sowie technische und handwerkliche Berufe. Vielmehr zieht er sich durch alle Sparten und alle Unternehmensgrößen, wie mehrere aktuelle Studien übereinstimmend zeigen. Sie belegen, wie wichtig die Ausbildung junger Menschen und die laufende Qualifizierung aktiver MitarbeiterInnen sind. Denn um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, müssen Spitzenleistungen erbracht werden, die auf unserer wichtigsten Ressource basieren – Wissen. Die ausreichende Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften wird daher immer mehr zur entscheidenden Frage für unsere wirtschaftliche Zukunft.

Durchlässigkeit muss verbessert werden
Wie erfolgreich unsere Unternehmen und damit unser Wirtschaftsstandort künftig sein werden, hängt maßgeblich davon ab, wie engagiert wir eine Offensive für mehr Fachkräfte in Österreich umsetzen. Dazu gehört insbesondere eine Aufwertung der dualen Ausbildung, die in einem seltsamen Paradoxon feststeckt. Denn einerseits bringt sie hervorragende Jungfachkräfte hervor und ermöglicht beeindruckende Karrierewege, wie zahlreiche Fallbeispiele zeigen. Andererseits entscheiden sich immer weniger Jugendliche für diesen Weg. Die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Bildungswegen und die Berufsinformation in den Pflichtschulen muss daher deutlich verbessert werden. So kann es auch gelingen, dass sich vorhandene Talente besser entfalten können. Wichtig ist das beispielsweise für technische Berufe, in denen Mädchen und Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert sind, obwohl die Fähigkeiten vorhanden wären. Auch bei MigrantInnen bleiben viele Potenziale ungenutzt. Und beim Zugang von dringend benötigten Arbeitskräften aus dem Ausland gibt es immer noch zu viele Barrieren.

Eine Offensive für mehr Fachkräfte geht uns alle an und erfordert viele, aufeinander abgestimmte Maßnahmen. An praxiserprobten Vorschlägen mangelt es nicht, an einer koordinierten Umsetzung hingegen schon.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 5/6, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/