Fachkräfteangebot sicherstellen

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Spricht man mit erfolgreichen Unternehmen und fragt sie nach den Gründen für ihren Erfolg, dann bekommt man immer zu hören: Weil wir hervorragend ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Und zunehmend mehr Unternehmen betonen diesen Umstand, weil es immer schwieriger wird, gute MitarbeiterInnen zu bekommen. Tatsächlich betrifft der Mangel an qualifiziertem Personal nicht nur Branchen, die von Wirtschaftsforschern gerne genannt werden – Hotellerie, Gastronomie, Bauwirtschaft sowie technische und handwerkliche Berufe. Vielmehr zieht er sich durch alle Sparten und alle Unternehmensgrößen, wie mehrere aktuelle Studien übereinstimmend zeigen. Sie belegen, wie wichtig die Ausbildung junger Menschen und die laufende Qualifizierung aktiver MitarbeiterInnen sind. Denn um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, müssen Spitzenleistungen erbracht werden, die auf unserer wichtigsten Ressource basieren – Wissen. Die ausreichende Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften wird daher immer mehr zur entscheidenden Frage für unsere wirtschaftliche Zukunft.

Durchlässigkeit muss verbessert werden
Wie erfolgreich unsere Unternehmen und damit unser Wirtschaftsstandort künftig sein werden, hängt maßgeblich davon ab, wie engagiert wir eine Offensive für mehr Fachkräfte in Österreich umsetzen. Dazu gehört insbesondere eine Aufwertung der dualen Ausbildung, die in einem seltsamen Paradoxon feststeckt. Denn einerseits bringt sie hervorragende Jungfachkräfte hervor und ermöglicht beeindruckende Karrierewege, wie zahlreiche Fallbeispiele zeigen. Andererseits entscheiden sich immer weniger Jugendliche für diesen Weg. Die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Bildungswegen und die Berufsinformation in den Pflichtschulen muss daher deutlich verbessert werden. So kann es auch gelingen, dass sich vorhandene Talente besser entfalten können. Wichtig ist das beispielsweise für technische Berufe, in denen Mädchen und Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert sind, obwohl die Fähigkeiten vorhanden wären. Auch bei MigrantInnen bleiben viele Potenziale ungenutzt. Und beim Zugang von dringend benötigten Arbeitskräften aus dem Ausland gibt es immer noch zu viele Barrieren.

Eine Offensive für mehr Fachkräfte geht uns alle an und erfordert viele, aufeinander abgestimmte Maßnahmen. An praxiserprobten Vorschlägen mangelt es nicht, an einer koordinierten Umsetzung hingegen schon.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 5/6, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

 

Bildungssystem stolpert über PISA-Test

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Pisa-Test

Beim jüngsten PISA-Bildungstest haben Österreichs 15-Jährige besser abgeschnitten als beim letzten Test im Jahr 2009. Eine Bestätigung dafür, dass sich auch unser Schulsystem in den vergangenen Jahren verbessert hat, ist dies allerdings nicht. Denn die Studienautoren wollen sich im Fall von Österreich ungern auf einen Vergleich mit 2009 einlassen, weil es damals in Österreich wegen des Boykott-Aufrufs einiger Schülervertreter eine negative Stimmung gegenüber Bildungserhebungen gegeben habe – und dadurch könne die Vergleichbarkeit nicht gewährleistet werden. Die OECD führt in ihrer interaktiven Statistik im Internet daher für Österreich für das Jahr 2009 lieber erst gar keine Daten an. Bleibt daher nur der Vergleich zu den beiden Testdurchgängen davor, die in den Jahren 2003 und 2006 stattgefunden haben. Und dieser Vergleich zeigt, dass Österreich in den untersuchten Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen alles andere als dazugewonnen hat. Ganz im Gegenteil – beim Lesen und in den Naturwissenschaften sind unsere Schüler punktemäßig weiter abgerutscht. In Summe erreicht jeder vierte Jugendliche in einem der drei Bereiche nicht einmal die Mindeststandards. Außerdem ist der Leistungsunterschied zwischen Mädchen und Burschen in Mathematik stark angewachsen und heute doppelt so groß wie im OECD-Schnitt. In wesentlichen Fragen der schulischen Qualifizierung unserer Jugendlichen sind wir also in Österreich auch in den letzten Jahren nicht weiter gekommen.

In den laufenden Regierungsverhandlungen muss der aktuelle PISA-Test daher als Weckruf für die Umsetzung einer Bildungsreform verstanden werden, die über das Umbenennen von Schultypen hinausgeht und beginnt, die Probleme an der Wurzel zu lösen. Die Expertise dazu ist im In- und Ausland mehr aus ausreichend vorhanden und wurde von der Wirtschaftskammer auch immer wieder in die politische Diskussion eingebracht. In unserer Jugend steckt genügend Potenzial, das es abzuholen gilt – viele Begabungen und Talente, die mit einem modernen Bildungssystem entdeckt und gefördert werden können. Nicht wegen des kommenden PISA-Tests, sondern weil sich unsere Jugend bestmögliche Chancen im Leben verdient hat, weil unsere Lehrbetriebe Stellenbewerber brauchen, die lesen, schreiben und rechnen können, und weil wir alle als Steuerzahler nur bereit sind, uns ein teures Bildungssystem zu leisten, wenn die Ernte ertragreich ist. Der große Wurf muss jetzt gelingen.

 

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 50, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

Erfolgreich dank Innovationen

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Innovationen sind die Basis betrieblichen Erfolgs und ein entscheidender Wachstumsmotor für Wiens Wirtschaft. Umso erfreulicher ist die ungebrochene Innovationsleistung der Wiener Unternehmen, wie dies anlässlich der Verleihung des Innovations- und Wirtschaftspreises der Wirtschaftskammer Wien, des MERCUR 2013, deutlich wurde. Die Qualität der rund 130 Einreichungen war so hoch wie noch nie und stellte die Jury vor eine schwierige Aufgabe. Besonders überzeugt hat die Miniatur-Spektrometersonde i::scan, die mittels Lichtquellenabsorbierung die Messung von mehreren Wasserqualitätsparametern gleichzeitig ermöglicht. Oder C-Brace, ein mechatronisches Orthesensystem, das Menschen mit Lähmungen in den Beinen beim sicheren Gehen auch auf unebenem Untergrund unterstützt. Ebenso hilfreich ist SiMAX, ein Tool zur automatischen Übersetzung von Gesprochenem in Gebärdensprache, und die Flohmarkt-App Shpock, die bereits eine Million User verwenden.

Innovationsleistungen der Betriebe höchste Aufmerksamkeit schenken

Innoviert wird in allen Branchen und unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter, denn Innovationen und der Mitteleinsatz für F&E sind keine Domäne großer Betriebe, auch mittlere, Klein- und Kleinstbetriebe generieren ihren wirtschaftlichen Erfolg daraus. Trotz personell und häufig auch finanziell eingeschränkter Möglichkeiten setzen heute 60 Prozent der Kleinbetriebe und 80 Prozent der Mittelbetriebe auf neue Ideen und Produkte, wie Studien zeigen. Unternehmen, die laufend Neues entwickeln, weisen zudem 1,5 mal so häufig Umsatz- und/oder Personalsteigerungen auf wie jene, die nur selten Neuerungen umsetzen. Daher gilt es, der Innovationsleistung der Betriebe höchste Aufmerksamkeit zu schenken, die Voraussetzungen laufend zu verbessern und die Umsetzung von erfolgsversprechenden Projekten zu unterstützen.

Administrative und steuerliche Voraussetzungen müssen passen

Beispielsweise durch die engere Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, die Anhebung der Direktförderungen für Forschung & Entwicklung, die bessere steuerliche Berücksichtigung der Investitionssummen durch eine Investitionsprämie Neu oder einen verbesserten Zugang zu Wagniskapital. Schließlich können unsere Betriebe innovativ sein, neues Personal einstellen, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und neue Märkte erschließen, wenn die administrativen und steuerlichen Voraussetzungen passen.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 45, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Österreich braucht mehr Wachstum

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Mit der Bildung einer neuen Regierung bekommt Österreich neue Chancen. Denn mit einem klugen wirtschaftspolitischen Kurs kann unser Land in fünf Jahren besser dastehen als heute und im harten internationalen Wettbewerb an Boden gewinnen. Dazu hat die Wirtschaftskammer ein Maßnahmenpaket entwickelt, wie die nächste Regierung die großen Zukunftsthemen unseres Landes mit Weitblick angehen kann. Zu diesen Themen gehören insbesondere das österreichische Steuer- und Abgabensystem, die Konsolidierung des Staatshaushalts durch Reformen in der Verwaltung und im Pensionssystem sowie neue Wege in der Bildungspolitik.

Oberste Priorität muss die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums haben. Gelingen kann dies u.a. durch die Förderung von betrieblichen Investitionen in Form einer Investitionszuwachsprämie, den Ausbau alternativer Finanzierungsformen für Unternehmen und eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit.

Unverzichtbar ist, das Bildungsniveau anzuheben – u.a. durch eine grundlegende Neukonstruktion des heimischen Bildungssystems mit garantierten Mindestzielen, einen stärkeren Fokus auf Technik und Naturwissenschaften und mehr Wirtschaftsnähe auch des Lehrpersonals. Hier ist rasches Handeln notwendig.

Ein Fokus muss weiters auf die Entlastung der Betriebe gelegt werden – etwa durch die Senkung der Lohnnebenkosten, die Streichung der Auflösungsabgabe, eine Vereinfachung der Lohnverrechnung, Erleichterungen bei der Unternehmensübergabe in der Familie und die Abschaffung der Gesellschaftsteuer.

Chancen zu nutzen gilt es bei der Steigerung der staatlichen Effizienz. Hier können noch viele Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung, bei Förderungen und Transferleistungen sowie im Gesundheitswesen beseitigt werden. Sinnvoll ist auch die Überarbeitung aller wirtschaftsrelevanten Gesetze mit dem Ziel, sie einfacher und verständlicher zu machen.

Und nicht zuletzt muss es gelingen, die heimische Wirtschaft auf ihrem Internationalisierungskurs weiter zu unterstützen – beispielsweise durch den Abbau von Handelshemmnissen gegenüber Drittstaaten im Rahmen der EU, durch Erweiterungsverhandlungen mit den Westbalkanstaaten und eine Aufstockung der bisher sehr erfolgreichen Exportförderung.

 

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 40, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/