Start des neuen FORUM [EPU KMU]

Kleinunternehmer, News, Pressekommentar

Als wir im Sommer 2009 mit dem FORUM EPU ein eigenes Betreuungsangebot für Kleinstbetriebe geschaffen haben, war ein Erfolg unseres innovativen Ansatzes alles andere als vorprogrammiert. Würden die Wiener EPU die professionell ausgestatteten Besprechungszimmer, die wir ihnen für Firmenpräsentationen oder Verhandlungen mit Geschäftspartnern stundenweise anbieten, auch wirklich annehmen? Treffen wir mit unserem Coaching-Angebot, unseren Vortragsthemen und den Netzwerk-Events wirklich den Nerv der unternehmerischen Einzelkämpfer? Heute wissen wir, dass wir damals absolut richtig lagen. Denn pro Jahr nützen mehr als 20.000 Unternehmerinnen und Unternehmer unser stetig wachsendes Angebot im FORUM EPU und geben ihm in jeder Befragung Bestnoten. Ja, mit dem FORUM EPU haben wir den Nerv der UnternehmerInnen getroffen.

Netzwerkgedanke ist zentrales Kernelement

Daher gehen wir jetzt einen Schritt weiter und dehnen unser Angebot auf kleine und mittelständische Unternehmen aus – also auf KMU, die meist schon jahrelang am Markt und als Arbeitgeber für unser Wirtschaftsgefüge unverzichtbar sind. Aus dem FORUM EPU wird nun das FORUM [EPU KMU] – mit neuen Workshop-Formaten, die auf die Ansprüche mittelständischer Betriebe zugeschnitten sind, und einem ausgeweiteten Angebot für EPU. Der Netzwerkgedanke wird dabei ein zentrales Kernelement sein. Denn unser FORUM ist vor allem auch wegen der Möglichkeit des Netzwerkens heute der wichtigste Treffpunkt der Wirtschaftstreibenden in Wien. Für Kooperationen zwischen EPU, kleineren und mittleren Unternehmen eröffnet das neue FORUM nun zusätzliche Impulse. Hier tauschen sich UnternehmerInnen aus, hier beginnen gemeinsame Projekte, hier kommen viele mit ihrer Geschäftsidee weiter.

Partner der Wiener Betriebe

Diese neuerliche Ausweitung unseres Service-Angebots ist mir als Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien ganz besonders wichtig. Denn unter Mitwirkung vieler UnternehmerInnen, FunktionärInnen und MitarbeiterInnen haben wir die Wirtschaftskammer Wien in den vergangenen Jahren zu einem offenen, mitgliederorientierten Haus umgestaltet – und das neue FORUM [EPU KMU] ist der nächste Schritt auf diesem Weg. Als Interessenvertretung und Partner der Wiener Betriebe wollen wir Vordenker und Problemlöser sein: Dort, wo Sie uns in Anspruch nehmen wollen, und so, wie Sie uns haben wollen.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 12, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Änderungen beim Abgabenpaket notwendig

Kleinunternehmer, Pressekommentar

Die Bundesregierung plant, mit 1. März eine ganze Reihe an Steuererhöhungen und –verschärfungen umzusetzen. Darunter auch Maßnahmen, die Unternehmerinnen und Unternehmer unmittelbar betreffen und in dieser Härte weder akzeptabel noch zielführend sind. Dies gilt insbesondere für die im Gesetzesentwurf beabsichtigte, weitgehende Rücknahme der jüngsten GmbH-Reform. Demnach sollen für eine GmbH-Gründung wieder wie früher 35.000 Euro notwendig sein – obwohl die Absenkung des Mindeststammkapitals auf 10.000 Euro erst vor einem halben Jahr eingeführt worden ist und Jungunternehmer bei einer GmbH-Gründung essenziell unterstützt. Ebenso unverständlich und nicht hinnehmbar ist die diskutierte Einschränkung beim Gewinnfreibetrag für Unternehmer, der als Ausgleich zum steuerbegünstigten 13. und 14. Gehalt der Arbeitnehmer als Teil des Steuerentlastungspakets 2009 eingeführt wurde. Für diesen richtungsweisenden Fortschritt in der fairen Behandlung von Selbstständigen gegenüber Unselbstständigen hat die Wirtschaftskammer viele Jahre lang gekämpft.

Echten Konjunkturbelebungsmaßnahmen Vorrang geben

Eine Beschränkung der Regelung wäre ein verheerendes Signal an die Leistungsträger unserer Gesellschaft. Sie würde die Wirtschaftskraft der Unternehmer schwächen und noch weniger Spielraum für Entfaltungen lassen. Wir werden gegen diesen Plan daher mit aller Vehemenz ankämpfen. Denn anstatt die Unternehmer mit immer neuen finanziellen Hürden zu belasten, sollte echten Konjunkturbelebungsmaßnahmen der Vorrang gegeben werden. Etwa dem Handwerkerbonus, der zwar im aktuellen Regierungsprogramm steht, bisher aber noch seiner Einführung harrt, obwohl damit Schwarzarbeit reduziert, Steuereinnahmen erhöht und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen würden – eine win-win-Situation sowohl für Betriebe als auch für die öffentliche Hand. Schließlich muss bei allem Verständnis für die Notwendigkeit einer Budgetkonsolidierung festgehalten werden, dass verabsäumte Reformen im Bereich der Verwaltung, der Pensionen und des Gesundheitswesens für die Fehlbeträge im Staatshaushalt verantwortlich sind – und nicht ein zu niedriges Abgabenniveau oder zu viele Steuerzuckerl für Unternehmer. Mit demselben Tempo, mit dem Steuerbelastungen vorgelegt wurden, müssen daher jetzt auch Reformvorhaben umgesetzt werden.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 04, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

Offensive für den Mittelstand

Kleinunternehmer, News, Wirtschaftsstandort

Offensive für Mittelstand

Wenn über einen längeren Zeitraum aus einem See stets mehr Fische gefangen werden als durch natürliche Vermehrung nachwachsen, spricht man von Überfischung. Sie endet damit, dass irgendwann keine Fische mehr vorhanden sind. Etwas Vergleichbares passiert seit Jahren mit den finanziellen Ressourcen der heimischen Unternehmen. Denn das österreichische Abgaben- und Steuersystem auf Bund-, Landes- und Gemeindeebene saugt immer mehr Mittel aus den Unternehmen ab. Das zeigt sich deutlich im verhaltenen Investitionsklima. Insbesondere bleibt die Bereitschaft zu Neuinvestitionen, die aber Voraussetzung für eine kontinuierliche Unternehmens-entwicklung und den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sind, unter dem erforderlichen Niveau. Dem Wunsch nach neuen Steuern und Abgaben ist daher eine klare Absage zu erteilen – sie würden die Gestaltungskraft des Mittelstandes empfindlich treffen.

Zeit gegenzusteuern

Aber auch die bürokratischen Anforderungen und Strukturen des Staates lasten schwer auf den heimischen Betrieben. Hier sind, anders als bei einer steuerlichen Entlastung, die vor 2016 nicht realistisch ist, tiefgreifende Weichenstellungen kurzfristig machbar und auch geboten. Der Administrationsaufwand für Unternehmen muss sich deutlich reduzieren, der One-Stop-Shop-Gedanke muss sich in allen unternehmensrelevanten Bereichen der öffentlichen Verwaltung durchsetzen. Es ist jetzt an der Zeit gegenzusteuern und die Leistungsträger unseres Wirtschaftslebens zu stärken.

Entlastung der Betriebe und des privaten Konsums

Jeder Ruf nach Entlastung, nach Reformen, nach neuen Impulsen und nach vorwärts gerichteter Veränderung ist nur allzu verständlich. Die Not wird aber zur willkommenen Tugend, wenn durch sie endlich die verkrusteten Strukturen aufgebrochen und effizienter gestaltet werden, wenn den Unternehmen bürokratische Last genommen wird und ihnen selbst erwirtschaftete Ressourcen bleiben. Eine Offensive für den unternehmerischen Mittelstand ist die richtige Antwort zur Entlastung der Betriebe und des privaten Konsums – durch ERNEUERN STATT BESTEUERN, WENIGER BÜROKRATIE UND MEHR FREIHEIT, FÜR QUALIFIZIERTE FACHKRÄFTE, SICHERUNG DER WETTBEWERBSFÄHIGKEIT und NEUE FINANZIERUNGSFORMEN. Damit künftige Generationen nicht vor leergefischten Seen ihre Netze auswerfen müssen.

 

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 50, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Einfach gut investiert

Jungunternehmer, Kleinunternehmer, Kreativwirtschaft, Uncategorized, Wirtschaftsstandort

Wenn Unternehmer investieren, dann tun sie dies wohl überlegt und zum exakt richtigen Zeitpunkt. Nämlich dann, wenn die Chance am größten ist, das eingesetzte Kapital in wirtschaftlich vertretbarer Zeit zurückzuverdienen. Eben dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen – und zwar für die öffentliche Hand. Denn laut der jüngsten Unternehmerbefragung der WK Wien sehen Wiens Unternehmen neue Wachstumschancen. Sie blicken mehrheitlich positiv in die Zukunft, jedes dritte Unternehmen erwartet Umsatzsteigerungen. Die Zurückhaltung, die letztes Jahr noch vorgeherrscht hat, ist gewichen und von einer stabilen positiven Einschätzung abgelöst worden. Es ist daher jetzt der richtige Moment, um von Seiten der öffentlichen Hand in diese Wachstumsperspektive zu investieren.

Positive Effekte erst ab 2014
In diesem Sinne ist auch die jüngste Regierungseinigung zu begrüßen, wonach bis 2017 in Summe 1,6 Milliarden an öffentlichen Mitteln zur Unterstützung der heimische Konjunktur fließen sollen. Es ist dies gut investiertes Geld, bei dem jeder Euro über zusätzliche Steuerleistungen, eine höhere Beschäftigung und geringere Sozialausgaben mehrfach zurückkommt. Allerdings ist zu bemerken, dass sich die geplanten Maßnahmen vornehmlich auf Bauprojekte konzentrieren, die wegen notwendiger Planungszeiträume und Genehmigungsverfahren nicht schon morgen in Umsetzung gehen können. Positive Effekte wird ein Großteil dieser Gelder daher erst ab 2014 haben. Daher ist es jetzt wichtig, zusätzliche Möglichkeiten zu diskutieren, die den wirtschaftlichen Aufschwung rascher unterstützen und von denen auch die vielen Klein- und Mittelbetriebe profitieren, die unsere Wirtschaft prägen. Schließlich zeichnen sie für 65 Prozentder Beschäftigten in Wien verantwortlich.

Chancen nicht verpassen
Ein verstärkter Fokus auf Direktförderung und steuerliche Anreize, die die private Nachfrage und die Investitionstätigkeit von Unternehmen steigern, sind daher als Ergänzung zum geplanten Konjunkturpaket sinnvoll. Zu denken ist hier beispielsweise an die Abschreibmöglichkeit von Handwerkerarbeiten für Private in Form eines Sanierungsbonusses oder auch an die schon mehrfach Vorgeschlagene Investitionszuwachsprämie Neu für Unternehmen. Auch bei der Förderung von Internationalisierungsbemühungen von Unternehmen oder beim Standortmarketing gibt es gute Argumente, warum jeder von der öffentlichen Hand investierte Euro wichtig ist und viel bewirken kann. Diese Chancen sollten wir nicht verpassen.

Export: Weiterer Abbau von Barrieren sinnvoll

Kleinunternehmer, Uncategorized, Wirtschaftsstandort

Österreich ist eine Exportnation. Genauer gesagt ist unser Land, gemessen an der Einwohnerzahl, die achtgrößte Exportnation weltweit. Dies ist den rund 44.000 österreichischen Exportbetrieben zu verdanken, von denen rund 8000 in Wien angesiedelt sind. Diese Betriebe waren bereit, unternehmerisches Risiko einzugehen und haben im Waren und Dienstleistungsgeschäft erfolgreich neue Absatzmärkte aufgebaut. Sie haben sich mit fremden Sprachen, Kulturen, Rechtssystemen und Auffassungen vom Wirtschaftsleben auseinandergesetzt und ihren Weg gefunden. Und sie tragen maßgeblich zu unserem Wohlstand und der wirtschaftlichen Dynamik im Inland bei, denn mit Exporten erwirtschaften wir heute 56 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts.

Größte Freihandelszone der Welt
Daher ist es nur richtig, dass eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Österreich nach einem weiteren Abbau von Handelsbarrieren in der Welt strebt, insbesondere nach weiteren Freihandelsabkommen der Europäische Union mit wirtschaftlich bedeutenden Drittstaaten. In diesem Sinne sind die bevorstehenden Verhandlungen zwischen der EU und den USA zur Schaffung der größten Freihandelszone der Welt und das „grüne Licht” der EU-Handelsminister vergangene Woche sehr zu begrüßen. Denn die USA sind heute der wichtigste Exportmarkt Österreichs außerhalb der EU und die Existenzgrundlage für viele österreichische Unternehmen – von innovativen Start-ups, die Geschäftschancen im Silicon Valley umsetzen, bis hin zu klassischen Produktionsbetrieben, die in ihren Märkten gefragte Anbieter sind. Alle bisherigen Berechnungen zeigen, dass ein Freihandelsabkommen mit den USA unsere Wirtschaftsleistung stärkt und Arbeitsplätze generiert.

Wichtig für unsere Unternehmen
Zügige Verhandlungen und rasche Ergebnisse sind in zweifacher Hinsicht bedeutend. Erstens würde dadurch die Handlungsfähigkeit der EU-Institutionen unter Beweis gestellt. Nach den vielen Krisen der letzten Jahre wäre das ein wichtiges Zeichen. Und zweitens würde damit vorgebeugt werden, dass sich die USA wieder von Europa abwenden und nach anderen Partnern umsehen. Denn klar ist, dass von einem Freihandelsabkommen nur die Teilnehmer profitieren. Wer außerhalb steht, hat mit Exportrückgängen zu rechnen. Eben diese kann sich Österreich nicht leisten. Deswegen ist der Abbau von Handelsbarrieren gerade für unsere Unternehmen wichtig und richtig.

Wirtschaftsverkehr in Wien: Es wird immer schwieriger

Kleinunternehmer, Uncategorized, Wirtschaftsstandort

Während in den letzten zehn Jahren die Bevölkerung in Wien um mehr als zehn Prozent gewachsen ist, ist der Kfz-Bestand im selben Zeitraum um nicht einmal fünf Prozent gestiegen. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass sich die Wienerinnen und Wiener heute genauer als früher überlegen, ob und wofür sie ein Fahrzeug benötigen. Für viele Privatpersonen und unselbstständig Beschäftigte mag es der bessere Weg sein, auf Öffis umzusteigen oder gänzlich auf ein Auto zu verzichten. Für die überwiegende Mehrheit der Unternehmerinnen und Unternehmer aber ist und bleibt das Auto in der Stadt ein notwendiges Arbeitsinstrument. Vor allem Handwerker und Monteure brauchen, um Werkzeug und Materialen zu transportieren, ein Kfz – ebenso wie der gesamte produzierende Bereich oder Dienstleister wie Wäschereien, die Spitäler und Hotels beliefern, oder Handelsagenten, die ihre Waren präsentieren. Und nicht zuletzt die vielen Transportbetriebe, die täglich 120.000 Tonnen Waren inner- halb Wiens verteilen.

Steigende Kostenbelastung
Die Herausforderung ist klar. Es muss gelingen, ein Verkehrskonzept zu erstellen, das keine Belastungen und keine Verteuerungen für die Wirtschaft bringt. Denn der Wettbewerb wird zunehmend härter. Erschwerend ist aber die Fülle an Maßnahmen, die die wirtschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen zunehmend verteuert haben – vor allem für Betriebe, die auf eine größere Wagenflotte angewiesen sind. Denn durch immer neue Barrieren, Umleitungen und Beschränkungen verlängern sich die Transportwege und die Transportzeiten, was sich in einer steigenden Kostenbelastung infolge eines längeren Personaleinsatzes, einem höheren Spritverbrauch und einem höheren Fahrzeugbedarf niederschlägt. Wie sehr die zunehmende Behinderung des motorisierten Verkehrs in der Stadt den Wirtschaftstreibenden unter den Nägeln brennt, ist in vielen Gesprächen und Diskussionen mit Wirtschaftstreibenden tagtäglich festzustellen.

Noch ist es nicht zu spät
Auch die geplante Neugestaltung der Mariahilfer Straße hat in den letzten Monaten viel Anlass dazu gegeben, geht es ja vordergründig nicht um eine Aufwertung der Mariahilfer Straße, sondern um das Zurückdrängen des Verkehrs in den beiden Bezirken ganz allgemein. Die Zeche werden aber die Betriebe im sechsten und siebenten Bezirk zahlen und auch alle anderen Unternehmer, die in Wien unterwegs sein wollen oder müssen. Es bestünden alle Chancen, wenn die Bereitschaft zur Berücksichtigung der Interessen der Betriebe mit ihren vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegeben wäre. Dazu gehören insbesondere ausreichend Querungen, die Zufahrt für Handelsvertreter, Autobusse und Taxis, durchgehende Ladezonen in den Begegnungszonen und ausreichend lange Ladezeiten. Noch ist es nicht zu spät.

Crowdfinancing auf solide Beine stellen

Jungunternehmer, Kleinunternehmer, Kreativwirtschaft, Uncategorized

Die Finanzierung der klein- und mittelständischen Wirtschaft in Österreich läuft nach wie vor fast ausschließlich über den klassischen Bankkredit. Alternative Finanzierungsformen sind hierzulande wenig entwickelt – zum Unmut vieler Unternehmen, die zwar mit einer innovativen Geschäftsidee und einem ausgezeichnetem Businessplan punkten, weniger aber mit handfesten Sicherheiten und ausreichendem Eigenkapital, wie dies die strengen Basel III Vorschriften, nach denen die heimischen Banken ihre Kunden bewerten müssen, vorsehen. Viele erfolgsversprechende Unternehmensentwicklungen werden dadurch erschwert bis unmöglich gemacht.

Geschäftsidee realisieren
All das müsste nicht sein, denn es gibt viele Menschen, die in das Können und die Gestaltungs- und Wirtschaftskraft von klein- und mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmern so viel Vertrauen haben, dass sie bereit sind, in deren Wachstum zu investieren. Die Modelle und Wege sind dabei höchst unterschiedlich – von privaten Darlehen über stille Beteiligungen an Unternehmen bis zu Vorkaufsvereinbarungen, bei denen der Geldgeber die Produktion vorfinanziert. Auch immer mehr Unternehmer wollen sich diese zusätzliche Finanzierungsoption eröffnen und über Crowdfinancing ihre Geschäftsidee realisieren. Dafür fehlt in Österreich allerdings noch der rechtliche Rahmen, wie der Fall eines Waldviertler Unternehmers jüngst deutlich gezeigt hat.

Solider rechtlicher Rahmen
Anzusetzen ist in einem ersten Schritt daher bei den Betragsgrenzen für die Prospektpflicht, also bei den Kapitalmarktauflagen für die Ausschreibung solcher Finanzierungsformen. Derartige Prospekte sind nach den bestehenden Vorschriften zeit- und vor allem kostenintensiv, sodass die niedrigen Grenzsätze die Ausschreibung geringer Beträge unwirtschaftlich macht. Zudem sind die Bankwesenvorschriften anzupassen, um eine Durchführung und Vermittlung solcher Finanzierungsformen auch außerhalb des Bankenbereichs zu ermöglichen. Alles in allem braucht Crowdfinancing also in Österreich einen soliden rechtlichen Rahmen, um diese Form der alternativen Unternehmensfinanzierung ergänzend zum Angebot an Bankkrediten zu entwickeln, wie dies auch in anderen Ländern – etwa in Großbritannien, Dänemark, Finnland oder den USA – bereits der Fall ist. Denn Unternehmer sollen für ihr jeweiliges Vorhaben die jeweils optimalste Finanzierungsform zur Verfügung haben und selbst entscheiden können, was am besten zu ihnen passt. Crowdfinancing ermöglichen heißt aber auch, dass das Kapital in Österreich investiert werden würde und all jene, die schon heute auf dieser Basis in ausländische Unternehmen investieren eine echte Alternative hätten.

Unternehmertum gezielt stärken

Jungunternehmer, Kleinunternehmer, Uncategorized, Wirtschaftsstandort

Der Erfolg einer Volkswirtschaft hängt vor allem von dem Vertrauen der Unternehmer in ihr Können, ihr Wissen und ihre Kompetenz ab. Aber nicht zuletzt spielt auch die allgemeine Stimmung eine wesentliche Rolle. Nach allen Sachentscheidungen müssen Unternehmer auch wichtige Zukunftsfragen auf Basis ihrer persönlichen Einschätzungen und Erwartungen beantworten. Wiens Unternehmen stehen der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation überwiegend positiv gegenüber, sie vertrauen auf ihre Stärke, sich auch unter geänderten Marktbedingungen zu behaupten. Das ist das Ergebnis unserer aktuellen Befragung unter mehr als 1000 Betrieben.

Bedeutender Teil des Wachstumsmotors in Europas
Konkret sehen 36 Prozent der befragten Unternehmen ihre Branche aktuell in einer guten bis sehr guten Situation, lediglich 20 Prozent beurteilen die Situation als schlecht, was trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein sehr positives Ergebnis ist. Besonders zuversichtlich sind jüngere Unternehmer und solche, die in den letzten Jahren gegründet haben. Die Umfrage beweist einmal mehr, dass Wien auf ein starkes Unternehmertum aufbauen und vertrauen kann. Wir sind heute ein bedeutender Teil des Wachstumsmotors innerhalb Europas, auf dessen Antriebskraft weder Österreich noch die EU verzichten können. Diese Kraft und diesen Optimismus mit den richtigen Maßnahmen zu fördern, ist unabdingbar. Ganz besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften. Auch wenn die Thematik komplex ist und der große Wurf politisch derzeit, wie es scheint, nicht realisierbar ist, können wir auf einige positive Entwicklungen blicken. So gibt es beispielsweise durch die permanente Thematisierung der Lehrausbildung heute eine so intensive Auseinandersetzung mit der dualen Ausbildung wie schon lange nicht mehr.

Gemeinsame nationale Anstrengung
Unser Ziel muss aber weiterhin sein, den Stellenwert der Lehre im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und mehr und mehr Jugendliche für die Lehre als attraktive Alternative zum schulischen System zu gewinnen. Dass man parallel dazu auch Matura machen kann, scheint bei vielen Eltern noch nicht angekommen zu sein. Entscheidend für unsere weitere wirtschaftliche Prosperität wird die Begeisterung der Jugend für technische und naturwissenschaftliche Berufe sein. Zahlreiche Projekte konnten wir schon starten. Zur wirksamen Entfaltung bedarf es aber einer gemeinsamen nationalen Anstrengung. Diese und alle weiteren Bemühungen sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und deren positive Stimmung zu erhalten.