Klimaziele dürfen unseren Wohlstand nicht gefährden

News, Pressekommentar, Wirtschaftsstandort

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Die Staats- und Regierungschefs der EU haben die heikle Entscheidung über die gemeinsamen, europäischen Klimaziele für die Jahre 2020 bis 2030 auf Herbst vertagt. Dieser Schritt ist sehr zu begrüßen. Denn der Vorschlag der EU-Kommission, den CO2-Ausstoß in Europa bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, bedroht energieintensive Wirtschaftsbereiche massiv. Ein Abwandern ganzer Industriesparten und ein Verlust hunderttausender Arbeitsplätze könnten die Folge sein. Dabei strebt die EU zugleich das Ziel an, den Anteil der Industrie an der Gesamtwertschöpfung bis 2020 von 15 auf 20 Prozent zu steigern. Ohne das entsprechende Umfeld bleiben diese Ziele aber unerreichbar. Daher war es mir auch wichtig, vor dem EU-Gipfel die dramatischen Konsequenzen der vorgeschlagenen Klimaziele im Hauptausschuss des Nationalrates zum Thema zu machen. Denn Klimaziele müssen auf die Wirtschaftspolitik abgestimmt sein, müssen diese sinnvoll ergänzen und dürfen unseren Wohlstand nicht gefährden.

Verantwortung gerecht aufteilen

Vernünftige Klimaziele, zu denen sich selbstverständlich auch die Wirtschaft bekennt, müssen auf drei Säulen errichtet werden. Erstens sind die CO2-Reduktionsziele auf verbindliche Teilziele der einzelnen Länder und Wirtschaftsbereiche herunterzubrechen, um die Verantwortung gerecht aufzuteilen. Dabei ist bereits Erreichtes einzurechnen, denn viele österreichische Unternehmen haben mit einem zum Teil erheblichen Investitionsaufwand ihre CO2-Bilanz schon stark verbessert. Zweitens muss festgelegt werden, wie der Anteil an erneuerbaren Energiegewinnungsformen bis 2030 in jedem Mitgliedstaat zu steigern ist. Andernfalls werden jene Staaten einseitig bevorzugt, die auf Atomenergie setzen – und das wäre untragbar. Im derzeitigen Vorschlag der EU-Kommission fehlt der Faktor erneuerbare Energie völlig. Und drittens ist wesentlich, wie stark der Energieverbrauch in den kommenden Jahren reduziert werden muss, denn ambitionierte Klimaziele sind ohne Energieeinsparungen nicht erreichbar. Auch das fehlt im derzeitigen Vorschlag.

Alleingang bringt global betrachtet wenig

Nicht zuletzt sollten europäische Klimaziele auch auf die Maßnahmen anderer führender Wirtschaftsräume der Welt abgestimmt werden – insbesondere auf China und die USA. Denn Umweltauflagen sind ein Kostenfaktor, der sich auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auswirkt und unmittelbar auf die Standortentscheidung Einfluss nimmt. Zudem ist die EU nur für rund zwölf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Ein allzu ambitionierter Alleingang schadet uns also nur und bringt global betrachtet wenig.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 13, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Start des neuen FORUM [EPU KMU]

Kleinunternehmer, News, Pressekommentar

Als wir im Sommer 2009 mit dem FORUM EPU ein eigenes Betreuungsangebot für Kleinstbetriebe geschaffen haben, war ein Erfolg unseres innovativen Ansatzes alles andere als vorprogrammiert. Würden die Wiener EPU die professionell ausgestatteten Besprechungszimmer, die wir ihnen für Firmenpräsentationen oder Verhandlungen mit Geschäftspartnern stundenweise anbieten, auch wirklich annehmen? Treffen wir mit unserem Coaching-Angebot, unseren Vortragsthemen und den Netzwerk-Events wirklich den Nerv der unternehmerischen Einzelkämpfer? Heute wissen wir, dass wir damals absolut richtig lagen. Denn pro Jahr nützen mehr als 20.000 Unternehmerinnen und Unternehmer unser stetig wachsendes Angebot im FORUM EPU und geben ihm in jeder Befragung Bestnoten. Ja, mit dem FORUM EPU haben wir den Nerv der UnternehmerInnen getroffen.

Netzwerkgedanke ist zentrales Kernelement

Daher gehen wir jetzt einen Schritt weiter und dehnen unser Angebot auf kleine und mittelständische Unternehmen aus – also auf KMU, die meist schon jahrelang am Markt und als Arbeitgeber für unser Wirtschaftsgefüge unverzichtbar sind. Aus dem FORUM EPU wird nun das FORUM [EPU KMU] – mit neuen Workshop-Formaten, die auf die Ansprüche mittelständischer Betriebe zugeschnitten sind, und einem ausgeweiteten Angebot für EPU. Der Netzwerkgedanke wird dabei ein zentrales Kernelement sein. Denn unser FORUM ist vor allem auch wegen der Möglichkeit des Netzwerkens heute der wichtigste Treffpunkt der Wirtschaftstreibenden in Wien. Für Kooperationen zwischen EPU, kleineren und mittleren Unternehmen eröffnet das neue FORUM nun zusätzliche Impulse. Hier tauschen sich UnternehmerInnen aus, hier beginnen gemeinsame Projekte, hier kommen viele mit ihrer Geschäftsidee weiter.

Partner der Wiener Betriebe

Diese neuerliche Ausweitung unseres Service-Angebots ist mir als Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien ganz besonders wichtig. Denn unter Mitwirkung vieler UnternehmerInnen, FunktionärInnen und MitarbeiterInnen haben wir die Wirtschaftskammer Wien in den vergangenen Jahren zu einem offenen, mitgliederorientierten Haus umgestaltet – und das neue FORUM [EPU KMU] ist der nächste Schritt auf diesem Weg. Als Interessenvertretung und Partner der Wiener Betriebe wollen wir Vordenker und Problemlöser sein: Dort, wo Sie uns in Anspruch nehmen wollen, und so, wie Sie uns haben wollen.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 12, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Mariahilfer Straße Neu: Querungen durchgesetzt

Pressekommentar, Verkehr, Wirtschaftsstandort

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Interessenvertretung ist das Bohren harter Bretter. Doch wer konsequent seine Ziele verfolgt, wird am Ende des Tages Erfolg haben. So hat es sich auch bei dem Verkehrskonzept rund um die Mariahilfer Straße ausgezahlt, die negativen Auswirkungen des derzeitigen Probebetriebs auf viele UnternehmerInnen des sechsten und siebenten Bezirks permanent zum Thema zu machen und wesentliche Adaptierungen einzufordern. Insbesondere braucht es Querungsmöglichkeiten, damit die beiden Bezirke nicht voneinander getrennt, die Erreichbarkeit der Betriebe nicht behindert und Fahrzeiten für Lieferanten und Kunden nicht unnötig verlängert werden. Das wurde auch durch mehrere Studien belegt, die wir in Auftrag gegeben haben und die viel Aufsehen erregt haben. Jetzt ist fix, dass es diese Querungen geben wird. Zudem gibt es die Zusage der Stadt, in konkrete Gespräche mit der Wirtschaftskammer Wien über weitere Adaptierungen treten zu wollen. Mit diesen Gesprächen werden wir schon in diesen Tagen beginnen.

Konstruktiv und lösungsorientiert

Wir werden die Verhandlungen nutzen, um so konstruktiv und lösungsorientiert wie bisher nach Möglichkeiten zu suchen, um die Fußgänger- und Begegnungszone in der Mariahilfer Straße und vor allem auch die damit verbundene neue Verkehrsorganisation in den Seitenstraßen unternehmerfreundlicher zu machen. Dazu gehört beispielsweise die Frage, in welchen Bereichen und wie rasch Querungen konkret umgesetzt werden und wie das Einbahnsystem in den Seitengassen entflochten werden kann. Zudem wird es in der Begegnungszone sinnvoll sein, für jede Fahrzeugart das absolute Halteverbot in ein Parkverbot umzuwandeln – auch für Private, um ein kurzes Zufahren etwa zu einem Geschäft zu ermöglichen. Und nicht zuletzt wird im Detail zu diskutieren sein, wie und in welchen Phasen ab Ende Mai der Umbau erfolgen soll und wie Unternehmer während der Bauzeit möglichst wenig betroffen werden.

Mehrwert für die UnternehmerInnen

Nach dem grundsätzlichen Ja der von der Stadt befragten BürgerInnen zu einer Neugestaltung der Mariahilfer Straße gilt es nun, einen Mehrwert für die UnternehmerInnen der beiden Bezirke zu erreichen. Zu ertragen hatten sie in den letzten Monaten ja schon viel, und auch die Umbauzeit wird nicht einfach sein. Am Ende muss es aber eine Lösung geben, zu der auch die UnternehmerInnen grundsätzlich Ja sagen können.

 

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 11, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Es geht deutlich bergauf

News, Pressekommentar

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Im Wirtschaftsleben sind gute Nachrichten immer willkommen. Entsprechend erfreut können wir über die jüngste Konjunkturprognose der EU-Kommission sein. Demnach wird Österreichs Wirtschaft heuer um 1,5 Prozent wachsen und im kommenden Jahr mit einem Plus von 1,8 Prozent weiter an Dynamik zulegen. Für uns sind die Aussichten also gut. Auch die übrige Eurozone und die nach wie vor überdurchschnittlich stark wachsenden Volkswirtschaften im Osten der EU werden deutlich im Plus sein. Zudem bleiben die Preise europaweit stabil – Inflation ist auf absehbare Zeit keine Gefahr für unsere Wirtschaft. Wichtigstes Zugpferd des Aufschwungs ist Deutschland. Aufgrund der intensiven Handelsbeziehungen zu Österreich ist das für unsere Unternehmen von erheblicher Bedeutung. Schließlich gehen 40 Prozent unserer Exporte jedes Jahr zu unseren deutschen Nachbarn. Die EU als stärkster Wirtschaftsraum der Welt befindet sich also wieder klar auf Wachstumskurs. Dies ist auch notwendig, um die Krisen der letzten Jahre endgültig hinter uns zu lassen. Auf diesem Weg unterstützen aktuell auch sinkende Renditen auf europäische Staatsanleihen. Sie machen die Refinanzierung der zum Teil hoch verschuldeten EU-Staaten billiger, der Weg zu stabilen Staatsfinanzen gelingt damit auch in krisengeschüttelten Euro-Ländern wie Spanien, Portugal oder Irland leichter.

Aufschwung absichern

Den allgemeinen Aufwärtstrend gilt es nun in Österreich politisch klug zu begleiten. Es ist daher ein richtiges Signal, wenn ab Juli österreichweit der Handwerkerbonus kommt und die Lohnnebenkosten im Bereich der Unfallversicherungsbeiträge und ab 2015 auch im Bereich des Insolvenzentgeltfonds sinken. Es ist ein richtiges Signal, wenn innovative Start-up-Unternehmen mit intelligenten Fördermodellen verstärkt Unterstützung bekommen und GmbH-Gründungen durch ein reduziertes Stammkapital und eine verringerte Steuerbelastung in den ersten zehn Jahren erleichtert werden. Und es ist ein richtiges Signal, wenn man mit einem neuen Arbeitsmarktpaket die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitssuchenden steigert, damit Unternehmen mit Bedarf an zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offene Stellen auch besetzen können – denn zuletzt ist die Zahl der offenen Stellen in Wien um 9,4 Prozent gestiegen. All diese Maßnahmen sind notwendig, um den Aufschwung abzusichern und das Vertrauen in unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu stärken.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 10, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/