Mit der Bildung einer neuen Regierung bekommt Österreich neue Chancen. Denn mit einem klugen wirtschaftspolitischen Kurs kann unser Land in fünf Jahren besser dastehen als heute und im harten internationalen Wettbewerb an Boden gewinnen. Dazu hat die Wirtschaftskammer ein Maßnahmenpaket entwickelt, wie die nächste Regierung die großen Zukunftsthemen unseres Landes mit Weitblick angehen kann. Zu diesen Themen gehören insbesondere das österreichische Steuer- und Abgabensystem, die Konsolidierung des Staatshaushalts durch Reformen in der Verwaltung und im Pensionssystem sowie neue Wege in der Bildungspolitik.

Oberste Priorität muss die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums haben. Gelingen kann dies u.a. durch die Förderung von betrieblichen Investitionen in Form einer Investitionszuwachsprämie, den Ausbau alternativer Finanzierungsformen für Unternehmen und eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit.

Unverzichtbar ist, das Bildungsniveau anzuheben – u.a. durch eine grundlegende Neukonstruktion des heimischen Bildungssystems mit garantierten Mindestzielen, einen stärkeren Fokus auf Technik und Naturwissenschaften und mehr Wirtschaftsnähe auch des Lehrpersonals. Hier ist rasches Handeln notwendig.

Ein Fokus muss weiters auf die Entlastung der Betriebe gelegt werden – etwa durch die Senkung der Lohnnebenkosten, die Streichung der Auflösungsabgabe, eine Vereinfachung der Lohnverrechnung, Erleichterungen bei der Unternehmensübergabe in der Familie und die Abschaffung der Gesellschaftsteuer.

Chancen zu nutzen gilt es bei der Steigerung der staatlichen Effizienz. Hier können noch viele Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung, bei Förderungen und Transferleistungen sowie im Gesundheitswesen beseitigt werden. Sinnvoll ist auch die Überarbeitung aller wirtschaftsrelevanten Gesetze mit dem Ziel, sie einfacher und verständlicher zu machen.

Und nicht zuletzt muss es gelingen, die heimische Wirtschaft auf ihrem Internationalisierungskurs weiter zu unterstützen – beispielsweise durch den Abbau von Handelshemmnissen gegenüber Drittstaaten im Rahmen der EU, durch Erweiterungsverhandlungen mit den Westbalkanstaaten und eine Aufstockung der bisher sehr erfolgreichen Exportförderung.

 

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 40, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

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