Jugend hat mit Lehre Perspektiven

Bildung, Lehrlinge, News, Pressekommentar

Die Zukunftsaussichten für eine glänzende Karriere mit erfolgreichem Lehrabschluss sind nach wie vor sehr gut, denn die Wirtschaft braucht hervorragend ausgebildete junge Fachkräfte. Der Bedarf an Spezialisten – vor allem in technischen Berufen – wird in Zukunft noch weiter steigen, wie eine aktuelle Umfrage unter den Unternehmen zeigt. Zusätzlich haben die Lehrlinge die Möglichkeit, Lehre mit Matura zu verbinden und damit ihr Know-how und ihre Fähigkeiten weiter auszubauen. Anfang des Jahres waren in Wien bereits 1.800 Jugendliche auf dem Weg zur Lehre mit Matura. Die duale Ausbildung bietet gute Karrieremöglichkeiten, zumal die meisten Unternehmen ihre Lehrlinge nach dem Lehrabschluss übernehmen. So sind neun von zehn der Lehrabsolventen ein Jahr nach Lehrabschluss in Beschäftigung. Auch die Tatsache, dass in knapp der Hälfte der Wiener Unternehmen ehemalige Lehrlinge in Führungspositionen beschäftigt sind, bestätigt die ausgezeichneten Möglichkeiten mit einer fundierten dualen Ausbildung. Zusätzlich soll es in den kommenden Jahren einen Anstieg an Ausbildungsplätzen geben. So plant ein Viertel der Wiener Lehrbetriebe künftig mehr Lehrlinge zu beschäftigen als derzeit. Und damit übernehmen die Betriebe auch künftig Verantwortung und sichern die Fachkräfteausbildung in Wien.

(Kommentar “Kronen Zeitung”, Mittwoch 30. Oktober 2013)

 

Tourismus unter Erfolgsdruck

News, Pressekommentar, Wirtschaftsstandort

Die Erfolgsgeschichte der Wiener Tourismuswirtschaft reißt auch in diesem Jahr nicht ab. Beinahe monatlich wird ein neuer Gästerekord vermeldet – das Allzeithoch von 12,3 Millionen aus dem vergangenen Jahr wird heuer aller Voraussicht nach erneut deutlich übertroffen werden. Und dennoch ist die Branche nicht nur in Jubelstimmung. Denn die anhaltende Steigerung der Bettenzahlen bringt die Umsätze der 430 Wiener Hotelbetriebe und Pensionen immer mehr unter Druck. Allein zwischen August 2012 und August 2013 ist die Zahl der Betten in Wien um rund 4500 auf 60.000 Betten gewachsen. Das entspricht einer Steigerung von acht Prozent binnen eines Jahres. Auch in den Jahren davor gab es eine ähnlich dynamische Entwicklung. Dagegen lag die durchschnittliche Umsatzsteigerung bei zwei bis drei Prozent pro Jahr. Die Folge ist ein Absinken des Umsatzes pro Nächtigungsgast – bei allgemein steigenden Kosten. Auf lange Sicht kann sich das auf die betroffenen Betriebe nicht positiv auswirken.

Stärkere Vermarktung der hohen Qualität

Es ist daher nur allzu verständlich, dass immer mehr Wiener Hoteliers eine deutliche Verbesserung der Umsatz-pro-Gast-Relation für notwendig erachten, um die Wiener Tourismuswirtschaft in eine gute Zukunft führen zu können. In der Tat sind die Wiener Hotelpreise insbesondere im europäischen Vergleich nach wie vor niedrig, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen. Als wichtige Schritte zur Umsatzsteigerung sieht die Branche eine stärkere Vermarktung der hohen Qualität der angebotenen Leistungen sowie die aktivere Bewerbung von Eigenschaften, die bisher noch nicht so im Vordergrund gestanden sind – wie zum Beispiel die „smarten“ Seiten unserer Stadt, also die vielen Apps, die ein einfaches Zurechtfinden in der Stadt ermöglichen, kostenlose WLANs an vielen Punkten der Stadt etc. – und die Wien für junge, kreative und qualitätsorientierte Gäste attraktiv machen.

Höhere Belastung nicht zu verkraften

Fest steht auch, dass eine noch höhere Belastung mit Steuern und Abgaben oder bürokratischen Auflagen für die Wiener Tourismuswirtschaft – wie auch für andere Branchen – nicht zu verkraften wären. Auch vor dem Hintergrund des steigenden Modernisierungsdrucks, dem sich vor allem alteingesessene Hotelbetriebe angesichts der vielen Neueröffnungen ausgesetzt sehen. Handlungsbedarf und Handlungsmöglichkeiten bestehen also an allen Fronten.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 43/44, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

 

Ja zur Energiewende

News, Pressekommentar, Wirtschaftsstandort

Vor einigen Monaten hat eine international angelegte Studie unter Beteiligung der TU Wien gezeigt, dass die Energiewende in Europa zu schaffen ist. Allerdings erfordert sie gewaltig große Investitionen – konkret sechs Billionen Euro bis zum Jahr 2050. Denn um das von der EU-Kommission angestrebte Ziel zu erreichen, bis 2050 den Anteil der erneuerbaren Energien in Europa auf 80 Prozent zu steigern und den CO2-Ausstoß ebenso stark zu reduzieren, braucht es eine grundlegende Systemumstellung – mit neuen Kraftwerken, neuen Versorgungsnetzen und Speichermöglichkeiten, deren Entwicklung derzeit noch in den Kinderschuhen steckt.

Chancen auf den Exportmärkten

Dennoch ist es der richtige Weg, die Energiewende in Europa voranzutreiben. Dazu braucht es allerdings auch eine stärkere Ausnützung der in Europa vorhandenen Gasreserven, denn Gas wird als „Übergangsenergie“ zur Begleitung der Wende auf viele Jahrzehnte hinaus unverzichtbar sein. Auf lange Sicht bringt die Wende aber Unabhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe, die immer teurer werden und irgendwann zur Neige gehen. Sie bringt Arbeitsplätze in Wirtschaftsbereichen, die von namhaften Forschungseinrichtungen wie dem deutschen Fraunhofer Institut auch für Wien zu Recht als Wachstumsbranchen identifiziert wurden. Und sie unterstützt die Wirtschaft, Technologieführerschaft in allen Bereichen der nachhaltigen Energiegewinnung, Energiespeicherung und Energiebereitstellung zu erlangen. Das wiederum bringt Europa in diesen Sektoren in eine überlegende Wettbewerbssituation und stärkt unsere Chancen auf den Exportmärkten der Welt.

Österreich kann in der Top-Liga der Welt mitspielen

Parallel dazu gilt es, auch das Thema Energieeffizienz nicht aus den Augen zu verlieren, aus ökologischen und ökonomischen Gründen. Und hier zeigt sich, dass der technische Fortschritt Lösungen ermöglicht, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Beispielsweise die Entwicklung österreichischer Techniker, die vergangenes Wochenende in Kalifornien den renommierten Solar Decathlon-Wettbewerb gewonnen haben – mit dem technisch durchdesignten Haus LISI, das mehr Energie erzeugt als verbraucht. Es ist dies zwar nicht das erste Haus, das das kann. Doch das Projekt zeigt auf, dass in der dezentralen Energiegewinnung und -versorgung noch ungenutztes Potenzial liegt, dass Österreich hier in der Top-Liga der Welt ganz vorne mitspielen kann und dass die Vision einer energieautarken Stadt längst keine Utopie mehr ist.

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 42, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

Digitale Revolution belebt Start-up-Szene

Jungunternehmer, News

In der Telekommunikationsbranche dreht sich die Welt von Tag zu Tag schneller. Mittlerweile gibt es für alle Wirtschaftsbereiche Angebote, die einem das Leben potenziell erleichtern und immer besser an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst sind. Und dennoch gibt es jeden Tag neue Ideen für innovative Lösungen, auf die wir später nicht mehr verzichten wollen. Weltweit hat das zur Entwicklung einer lebendigen Start-up-Szene geführt, also zu einer neuen Unternehmensgruppe, die mit ihren Entwicklungen auch außerhalb der IT- und Telekommunikationsbranche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auch in Wien, wo immer mehr Unternehmen im Bereich der neuen Technologien gegründet werden.

Wiener Start-ups für Investoren interessant

Dass Wien bei der Entwicklung der internationalen Start-up-Szene eine wichtige Rolle spielt, zeigt unter anderem das bevorstehende Pioneers Festival, das heuer zum zweiten Mal in der Wiener Hofburg stattfinden wird. Aber auch der Erfolg Wiener Start-ups im amerikanischen Silicon Valley, dem führenden IT-Zentrum der Welt, ist ein Beleg dafür. Hier haben in den letzten Jahren dutzende Wiener Unternehmen im Rahmen der „Go Silicon Valley“-Initiative der Wirtschaftskammer ihre Projektentwicklungen vorangetrieben, nach Investoren Ausschau gehalten und zum Teil auch gefunden. Interessant sind Wiener Start-ups mittlerweile auch für heimische Investoren, die immer öfter bereit sind, Risikokapital zur Verfügung zu stellen, auch wenn der künftige Erfolg nicht von vornherein fix ist.

Steuerliche Anreize für Investoren

Für junge IT-Pioniere sind Investoren aber oft die entscheidende Finanzierungsquelle, um Prototypen zu entwickeln, Marktreife zu erlangen oder professionelle Vertriebsstrukturen aufzubauen. Also ein Katalysator am Weg zum langfristigen Unternehmensaufbau. Um Investoren diesen oft mutigen Schritt zu erleichtern, sollten die steuerlichen Anreize noch weiter verbessert werden. Damit würde das in heimische Unternehmen investierte private Risikokapital steigen, was neue wirtschaftliche Impulse bringt. Auch Anschluss- und Wachstumsfinanzierungen könnten so erleichtert werden. Als logische Fortsetzung der von Wirtschafts- und Finanzministerium in der letzten Legislaturperiode umgesetzten und im neuesten Austrian Start-up-Report gelobten Jungunternehmer-Offensive wäre dieser Schritt mehr als sinnvoll.

 

Österreich braucht mehr Wachstum

Bildung, Pressekommentar, Uncategorized

Mit der Bildung einer neuen Regierung bekommt Österreich neue Chancen. Denn mit einem klugen wirtschaftspolitischen Kurs kann unser Land in fünf Jahren besser dastehen als heute und im harten internationalen Wettbewerb an Boden gewinnen. Dazu hat die Wirtschaftskammer ein Maßnahmenpaket entwickelt, wie die nächste Regierung die großen Zukunftsthemen unseres Landes mit Weitblick angehen kann. Zu diesen Themen gehören insbesondere das österreichische Steuer- und Abgabensystem, die Konsolidierung des Staatshaushalts durch Reformen in der Verwaltung und im Pensionssystem sowie neue Wege in der Bildungspolitik.

Oberste Priorität muss die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums haben. Gelingen kann dies u.a. durch die Förderung von betrieblichen Investitionen in Form einer Investitionszuwachsprämie, den Ausbau alternativer Finanzierungsformen für Unternehmen und eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit.

Unverzichtbar ist, das Bildungsniveau anzuheben – u.a. durch eine grundlegende Neukonstruktion des heimischen Bildungssystems mit garantierten Mindestzielen, einen stärkeren Fokus auf Technik und Naturwissenschaften und mehr Wirtschaftsnähe auch des Lehrpersonals. Hier ist rasches Handeln notwendig.

Ein Fokus muss weiters auf die Entlastung der Betriebe gelegt werden – etwa durch die Senkung der Lohnnebenkosten, die Streichung der Auflösungsabgabe, eine Vereinfachung der Lohnverrechnung, Erleichterungen bei der Unternehmensübergabe in der Familie und die Abschaffung der Gesellschaftsteuer.

Chancen zu nutzen gilt es bei der Steigerung der staatlichen Effizienz. Hier können noch viele Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung, bei Förderungen und Transferleistungen sowie im Gesundheitswesen beseitigt werden. Sinnvoll ist auch die Überarbeitung aller wirtschaftsrelevanten Gesetze mit dem Ziel, sie einfacher und verständlicher zu machen.

Und nicht zuletzt muss es gelingen, die heimische Wirtschaft auf ihrem Internationalisierungskurs weiter zu unterstützen – beispielsweise durch den Abbau von Handelshemmnissen gegenüber Drittstaaten im Rahmen der EU, durch Erweiterungsverhandlungen mit den Westbalkanstaaten und eine Aufstockung der bisher sehr erfolgreichen Exportförderung.

 

WIENER WIRTSCHAFT, Ausgabe 40, online http://wkw.ereader.tailored-apps.com/

Gastro-Betriebe brauchen Rechtssicherheit

News, Pressekommentar

Ein Drittel der österreichischen Bevölkerung raucht regelmäßig. Auch der Wunsch vieler Raucher, in Restaurants, Bars, Kaffeehäusern, Discos und Heurigenlokalen nicht generell auf Zigaretten verzichten zu müssen, ist nach wie vor da. Das zeigen alle Umfragen. Gestiegen ist auch die Bereitschaft, auf andere Gäste und deren Gesundheit Rücksicht zu nehmen. Das Vorhandensein von Raucher- und Nichtraucherbereichen in Gastro-Betrieben wird daher von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung als vernünftige Lösung gesehen. Mehrere Jahre lang hat diese Regelung in der Praxis gut funktioniert, bis der Verwaltungsgerichtshof nun anders entschieden hat. Denn der VwGH interpretiert das Tabakgesetz anders, als der Gesetzgeber es geplant und beschlossen hat, und meint, dass Gäste auch am Weg zum Nichtraucherraum oder zum WC keinen Raucherbereich passieren dürfen. Daher ist von der Politik jetzt eine gesetzliche Klarstellung im Sinne der ursprünglichen Intention des Gesetzes gefordert. Denn die Unternehmen, die viel Geld in den gesetzlich vorgeschriebenen Umbau investiert und für den Umbau auch eine behördliche Genehmigung bekommen haben, müssen sich darauf verlassen können, dass das auch hält. Rechtssicherheit muss hergestellt werden!

(Kommentar “Kronen Zeitung”, Mittwoch 2. Oktober 2013)