Einfach gut investiert

Jungunternehmer, Kleinunternehmer, Kreativwirtschaft, Uncategorized, Wirtschaftsstandort

Wenn Unternehmer investieren, dann tun sie dies wohl überlegt und zum exakt richtigen Zeitpunkt. Nämlich dann, wenn die Chance am größten ist, das eingesetzte Kapital in wirtschaftlich vertretbarer Zeit zurückzuverdienen. Eben dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen – und zwar für die öffentliche Hand. Denn laut der jüngsten Unternehmerbefragung der WK Wien sehen Wiens Unternehmen neue Wachstumschancen. Sie blicken mehrheitlich positiv in die Zukunft, jedes dritte Unternehmen erwartet Umsatzsteigerungen. Die Zurückhaltung, die letztes Jahr noch vorgeherrscht hat, ist gewichen und von einer stabilen positiven Einschätzung abgelöst worden. Es ist daher jetzt der richtige Moment, um von Seiten der öffentlichen Hand in diese Wachstumsperspektive zu investieren.

Positive Effekte erst ab 2014
In diesem Sinne ist auch die jüngste Regierungseinigung zu begrüßen, wonach bis 2017 in Summe 1,6 Milliarden an öffentlichen Mitteln zur Unterstützung der heimische Konjunktur fließen sollen. Es ist dies gut investiertes Geld, bei dem jeder Euro über zusätzliche Steuerleistungen, eine höhere Beschäftigung und geringere Sozialausgaben mehrfach zurückkommt. Allerdings ist zu bemerken, dass sich die geplanten Maßnahmen vornehmlich auf Bauprojekte konzentrieren, die wegen notwendiger Planungszeiträume und Genehmigungsverfahren nicht schon morgen in Umsetzung gehen können. Positive Effekte wird ein Großteil dieser Gelder daher erst ab 2014 haben. Daher ist es jetzt wichtig, zusätzliche Möglichkeiten zu diskutieren, die den wirtschaftlichen Aufschwung rascher unterstützen und von denen auch die vielen Klein- und Mittelbetriebe profitieren, die unsere Wirtschaft prägen. Schließlich zeichnen sie für 65 Prozentder Beschäftigten in Wien verantwortlich.

Chancen nicht verpassen
Ein verstärkter Fokus auf Direktförderung und steuerliche Anreize, die die private Nachfrage und die Investitionstätigkeit von Unternehmen steigern, sind daher als Ergänzung zum geplanten Konjunkturpaket sinnvoll. Zu denken ist hier beispielsweise an die Abschreibmöglichkeit von Handwerkerarbeiten für Private in Form eines Sanierungsbonusses oder auch an die schon mehrfach Vorgeschlagene Investitionszuwachsprämie Neu für Unternehmen. Auch bei der Förderung von Internationalisierungsbemühungen von Unternehmen oder beim Standortmarketing gibt es gute Argumente, warum jeder von der öffentlichen Hand investierte Euro wichtig ist und viel bewirken kann. Diese Chancen sollten wir nicht verpassen.

Export: Weiterer Abbau von Barrieren sinnvoll

Kleinunternehmer, Uncategorized, Wirtschaftsstandort

Österreich ist eine Exportnation. Genauer gesagt ist unser Land, gemessen an der Einwohnerzahl, die achtgrößte Exportnation weltweit. Dies ist den rund 44.000 österreichischen Exportbetrieben zu verdanken, von denen rund 8000 in Wien angesiedelt sind. Diese Betriebe waren bereit, unternehmerisches Risiko einzugehen und haben im Waren und Dienstleistungsgeschäft erfolgreich neue Absatzmärkte aufgebaut. Sie haben sich mit fremden Sprachen, Kulturen, Rechtssystemen und Auffassungen vom Wirtschaftsleben auseinandergesetzt und ihren Weg gefunden. Und sie tragen maßgeblich zu unserem Wohlstand und der wirtschaftlichen Dynamik im Inland bei, denn mit Exporten erwirtschaften wir heute 56 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts.

Größte Freihandelszone der Welt
Daher ist es nur richtig, dass eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Österreich nach einem weiteren Abbau von Handelsbarrieren in der Welt strebt, insbesondere nach weiteren Freihandelsabkommen der Europäische Union mit wirtschaftlich bedeutenden Drittstaaten. In diesem Sinne sind die bevorstehenden Verhandlungen zwischen der EU und den USA zur Schaffung der größten Freihandelszone der Welt und das „grüne Licht” der EU-Handelsminister vergangene Woche sehr zu begrüßen. Denn die USA sind heute der wichtigste Exportmarkt Österreichs außerhalb der EU und die Existenzgrundlage für viele österreichische Unternehmen – von innovativen Start-ups, die Geschäftschancen im Silicon Valley umsetzen, bis hin zu klassischen Produktionsbetrieben, die in ihren Märkten gefragte Anbieter sind. Alle bisherigen Berechnungen zeigen, dass ein Freihandelsabkommen mit den USA unsere Wirtschaftsleistung stärkt und Arbeitsplätze generiert.

Wichtig für unsere Unternehmen
Zügige Verhandlungen und rasche Ergebnisse sind in zweifacher Hinsicht bedeutend. Erstens würde dadurch die Handlungsfähigkeit der EU-Institutionen unter Beweis gestellt. Nach den vielen Krisen der letzten Jahre wäre das ein wichtiges Zeichen. Und zweitens würde damit vorgebeugt werden, dass sich die USA wieder von Europa abwenden und nach anderen Partnern umsehen. Denn klar ist, dass von einem Freihandelsabkommen nur die Teilnehmer profitieren. Wer außerhalb steht, hat mit Exportrückgängen zu rechnen. Eben diese kann sich Österreich nicht leisten. Deswegen ist der Abbau von Handelsbarrieren gerade für unsere Unternehmen wichtig und richtig.

Aus der Veränderung erwachsen Chancen

Uncategorized, Wirtschaftsstandort

Seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten gilt in der EU der sogenannte Stabilitäts und Wachstumspakt. Er soll sicherstellen, dass die EU-Mitgliedstaaten durch eine verantwortungsvolle Haushaltspolitik und laufende Reformen zum größtmöglichen Erfolg des gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraums beitragen. Wirklich ernst genommen wird der Pakt aber erst, seitdem die europäische Schuldenkrise auf schmerzhafte Weise gezeigt hat, dass es ohne Disziplin, strenge Regeln, verbindliche Standards, Ziele und Zeitpläne nicht geht. Eben daran erinnert in regelmäßigen Abständen die EU-Kommission, wenn sie – wie jüngst geschehen – sich mit ihren Empfehlungen an die EU-Mitgliedstaaten richtet.

Gehören zu den besten Wirtschaftsräumen der EU
Der an Österreich gerichtete Empfehlungskatalog ist in zweifacher Hinsicht als Chance zu sehen. Denn einerseits macht er deutlich, dass wir mit unserer Wirtschaftsleistung, dem Know-how unserer Unternehmen und der guten Fachkräfteausbildung zu den besten Wirtschaftsräumen der EU gehören und ein wichtiger Stabilitäts- und Wachstumspol sind. In eben dieser Stärke liegt die Chance, unseren Weg der Leistungsorientierung, des gelebten Unternehmertums und des fairen Miteinanders weiterzugehen. Andererseits zeigen die jüngsten Empfehlungen der EU-Kommission, in welchen Bereichen Österreich noch besser werden kann. Beispielsweise im Bereich der Vermeidung von Kompetenzzersplitterung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden in Finanzfragen, wo die EU unter anderem kritisiert, dass die Zuständigkeit für Ausgaben und Finanzierung oft auseinanderfallen.

Besser machen
Oder bei der Reform des Pensionswesens, wo sich die EU eine frühere Angleichung des gesetzlichen Antrittsalters für Männer und Frauen wünscht als es derzeit in Österreich geplant ist. Sie rät weiters, die Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer zu steigern und das gesetzliche Pensionsalter generell an die Lebenserwartung zu koppeln. Und sie empfiehlt, die Marktmechanismen zu stärken und bestehende Beschränkungen zu hinterfragen. Bei all diesen Empfehlungen gibt es Für und Wider, Vor- und Nachteile. Wichtig ist, den Rat der EU Kommission jetzt nicht in einer Schublade verschwinden zu lassen, sondern diese Außensicht offen zu diskutieren. Denn in den Vorschlägen steckt viel Potenzial für Veränderungen, die uns weiterbringen können. Sie bringen uns eine europäische Perspektive und die Chance, es besser zu machen.

 

Sofortprogramm für Risikoschüler

Bildung, Lehrlinge, Uncategorized

Seit vergangener Woche liegen die Ergebnisse des Wiener Lesetests 2013 vor. Ein Grund zur Freude sind sie nicht – vor allem nicht für die Wirtschaft. Denn mehr als jeder fünfte Wiener Schüler der achten Schulstufe kann nicht sinnerfassend lesen, weitere 40 Prozent schneiden nur mittelmäßig ab. Diese neueste Bestandsaufnahme unterstreicht einmal mehr, dass die Kritik der Wiener Lehrbetriebe am Bildungsniveau der Lehrstellenbewerber mehr als berechtigt ist. Auch beim Rechnen und Schreiben fehlen den Pflichtschulabsolventen oft grundlegende Fertigkeiten. Änderungen im Schulsystem sind daher unumgänglich. Schule muss sicherstellen, dass alle Schüler in die Lage sind, den Anforderungen eines Berufslebens zu entsprechen – nicht nur einige.

Kostenlose Förderung in Sommerferien
Nur so haben sie eine Chance, im Leben bestehen zu können und einen erfolgreichen Berufsweg zu beschreiten. Damit es für die als Risikoschüler identifizierten Mädchen und Burschen nicht zu spät ist, habe ich ein Sofortprogramm durch kostenlose Förderung in den Sommerferien vorgeschlagen. Damit kann sichergestellt werden, dass jene Jugendliche, die mit einer Lehrausbildung beginnen oder sich im kommenden Frühjahr um eine Lehrstelle bewerben, einen guten Start haben. Es ist erfreulich, dass ein solcher Vorschlag auch seitens der Präsidentin des Stadtschulrates kommt, laut dem in den Wiener Schulen ein kostenloser Förderunterricht stattfinden soll. Das seitens der Wirtschaftskammer Wien entwickelte Förderprogramm basiert auf einer Kooperation mit Studenten der Pädagogischen Hochschule, die wir in den Ferien für ein Sozialprojekt gewinnen möchten.

Mindestbildungsstandards ausschlaggebend
Dass eine spezielle Förderung von leistungsschwachen Schülern unglaublich viel bewirken kann, beweist der Lesetest selbst. 2800 Risikoschüler des vergangenen Jahres haben eine Zusatzförderung erhalten und sich entscheidend verbessern können. Auf dieser positiven Erfahrung aufbauend, müssen vergleichbare Aktivitäten auch in den anderen Fächern umgesetzt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass Schülern nach Absolvierung der Pflichtschuljahre grundlegende Fertigkeiten fehlen. Es muss das Erreichen von Mindestbildungsstandards ausschlaggebend dafür sein, ob ein Schüler seine Schulpflicht erfüllt hat, und nicht der Zeitablauf.