Wirtschaftsverkehr in Wien: Es wird immer schwieriger

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Während in den letzten zehn Jahren die Bevölkerung in Wien um mehr als zehn Prozent gewachsen ist, ist der Kfz-Bestand im selben Zeitraum um nicht einmal fünf Prozent gestiegen. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass sich die Wienerinnen und Wiener heute genauer als früher überlegen, ob und wofür sie ein Fahrzeug benötigen. Für viele Privatpersonen und unselbstständig Beschäftigte mag es der bessere Weg sein, auf Öffis umzusteigen oder gänzlich auf ein Auto zu verzichten. Für die überwiegende Mehrheit der Unternehmerinnen und Unternehmer aber ist und bleibt das Auto in der Stadt ein notwendiges Arbeitsinstrument. Vor allem Handwerker und Monteure brauchen, um Werkzeug und Materialen zu transportieren, ein Kfz – ebenso wie der gesamte produzierende Bereich oder Dienstleister wie Wäschereien, die Spitäler und Hotels beliefern, oder Handelsagenten, die ihre Waren präsentieren. Und nicht zuletzt die vielen Transportbetriebe, die täglich 120.000 Tonnen Waren inner- halb Wiens verteilen.

Steigende Kostenbelastung
Die Herausforderung ist klar. Es muss gelingen, ein Verkehrskonzept zu erstellen, das keine Belastungen und keine Verteuerungen für die Wirtschaft bringt. Denn der Wettbewerb wird zunehmend härter. Erschwerend ist aber die Fülle an Maßnahmen, die die wirtschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen zunehmend verteuert haben – vor allem für Betriebe, die auf eine größere Wagenflotte angewiesen sind. Denn durch immer neue Barrieren, Umleitungen und Beschränkungen verlängern sich die Transportwege und die Transportzeiten, was sich in einer steigenden Kostenbelastung infolge eines längeren Personaleinsatzes, einem höheren Spritverbrauch und einem höheren Fahrzeugbedarf niederschlägt. Wie sehr die zunehmende Behinderung des motorisierten Verkehrs in der Stadt den Wirtschaftstreibenden unter den Nägeln brennt, ist in vielen Gesprächen und Diskussionen mit Wirtschaftstreibenden tagtäglich festzustellen.

Noch ist es nicht zu spät
Auch die geplante Neugestaltung der Mariahilfer Straße hat in den letzten Monaten viel Anlass dazu gegeben, geht es ja vordergründig nicht um eine Aufwertung der Mariahilfer Straße, sondern um das Zurückdrängen des Verkehrs in den beiden Bezirken ganz allgemein. Die Zeche werden aber die Betriebe im sechsten und siebenten Bezirk zahlen und auch alle anderen Unternehmer, die in Wien unterwegs sein wollen oder müssen. Es bestünden alle Chancen, wenn die Bereitschaft zur Berücksichtigung der Interessen der Betriebe mit ihren vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegeben wäre. Dazu gehören insbesondere ausreichend Querungen, die Zufahrt für Handelsvertreter, Autobusse und Taxis, durchgehende Ladezonen in den Begegnungszonen und ausreichend lange Ladezeiten. Noch ist es nicht zu spät.

Crowdfinancing auf solide Beine stellen

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Die Finanzierung der klein- und mittelständischen Wirtschaft in Österreich läuft nach wie vor fast ausschließlich über den klassischen Bankkredit. Alternative Finanzierungsformen sind hierzulande wenig entwickelt – zum Unmut vieler Unternehmen, die zwar mit einer innovativen Geschäftsidee und einem ausgezeichnetem Businessplan punkten, weniger aber mit handfesten Sicherheiten und ausreichendem Eigenkapital, wie dies die strengen Basel III Vorschriften, nach denen die heimischen Banken ihre Kunden bewerten müssen, vorsehen. Viele erfolgsversprechende Unternehmensentwicklungen werden dadurch erschwert bis unmöglich gemacht.

Geschäftsidee realisieren
All das müsste nicht sein, denn es gibt viele Menschen, die in das Können und die Gestaltungs- und Wirtschaftskraft von klein- und mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmern so viel Vertrauen haben, dass sie bereit sind, in deren Wachstum zu investieren. Die Modelle und Wege sind dabei höchst unterschiedlich – von privaten Darlehen über stille Beteiligungen an Unternehmen bis zu Vorkaufsvereinbarungen, bei denen der Geldgeber die Produktion vorfinanziert. Auch immer mehr Unternehmer wollen sich diese zusätzliche Finanzierungsoption eröffnen und über Crowdfinancing ihre Geschäftsidee realisieren. Dafür fehlt in Österreich allerdings noch der rechtliche Rahmen, wie der Fall eines Waldviertler Unternehmers jüngst deutlich gezeigt hat.

Solider rechtlicher Rahmen
Anzusetzen ist in einem ersten Schritt daher bei den Betragsgrenzen für die Prospektpflicht, also bei den Kapitalmarktauflagen für die Ausschreibung solcher Finanzierungsformen. Derartige Prospekte sind nach den bestehenden Vorschriften zeit- und vor allem kostenintensiv, sodass die niedrigen Grenzsätze die Ausschreibung geringer Beträge unwirtschaftlich macht. Zudem sind die Bankwesenvorschriften anzupassen, um eine Durchführung und Vermittlung solcher Finanzierungsformen auch außerhalb des Bankenbereichs zu ermöglichen. Alles in allem braucht Crowdfinancing also in Österreich einen soliden rechtlichen Rahmen, um diese Form der alternativen Unternehmensfinanzierung ergänzend zum Angebot an Bankkrediten zu entwickeln, wie dies auch in anderen Ländern – etwa in Großbritannien, Dänemark, Finnland oder den USA – bereits der Fall ist. Denn Unternehmer sollen für ihr jeweiliges Vorhaben die jeweils optimalste Finanzierungsform zur Verfügung haben und selbst entscheiden können, was am besten zu ihnen passt. Crowdfinancing ermöglichen heißt aber auch, dass das Kapital in Österreich investiert werden würde und all jene, die schon heute auf dieser Basis in ausländische Unternehmen investieren eine echte Alternative hätten.

Unternehmertum gezielt stärken

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Der Erfolg einer Volkswirtschaft hängt vor allem von dem Vertrauen der Unternehmer in ihr Können, ihr Wissen und ihre Kompetenz ab. Aber nicht zuletzt spielt auch die allgemeine Stimmung eine wesentliche Rolle. Nach allen Sachentscheidungen müssen Unternehmer auch wichtige Zukunftsfragen auf Basis ihrer persönlichen Einschätzungen und Erwartungen beantworten. Wiens Unternehmen stehen der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation überwiegend positiv gegenüber, sie vertrauen auf ihre Stärke, sich auch unter geänderten Marktbedingungen zu behaupten. Das ist das Ergebnis unserer aktuellen Befragung unter mehr als 1000 Betrieben.

Bedeutender Teil des Wachstumsmotors in Europas
Konkret sehen 36 Prozent der befragten Unternehmen ihre Branche aktuell in einer guten bis sehr guten Situation, lediglich 20 Prozent beurteilen die Situation als schlecht, was trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein sehr positives Ergebnis ist. Besonders zuversichtlich sind jüngere Unternehmer und solche, die in den letzten Jahren gegründet haben. Die Umfrage beweist einmal mehr, dass Wien auf ein starkes Unternehmertum aufbauen und vertrauen kann. Wir sind heute ein bedeutender Teil des Wachstumsmotors innerhalb Europas, auf dessen Antriebskraft weder Österreich noch die EU verzichten können. Diese Kraft und diesen Optimismus mit den richtigen Maßnahmen zu fördern, ist unabdingbar. Ganz besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften. Auch wenn die Thematik komplex ist und der große Wurf politisch derzeit, wie es scheint, nicht realisierbar ist, können wir auf einige positive Entwicklungen blicken. So gibt es beispielsweise durch die permanente Thematisierung der Lehrausbildung heute eine so intensive Auseinandersetzung mit der dualen Ausbildung wie schon lange nicht mehr.

Gemeinsame nationale Anstrengung
Unser Ziel muss aber weiterhin sein, den Stellenwert der Lehre im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und mehr und mehr Jugendliche für die Lehre als attraktive Alternative zum schulischen System zu gewinnen. Dass man parallel dazu auch Matura machen kann, scheint bei vielen Eltern noch nicht angekommen zu sein. Entscheidend für unsere weitere wirtschaftliche Prosperität wird die Begeisterung der Jugend für technische und naturwissenschaftliche Berufe sein. Zahlreiche Projekte konnten wir schon starten. Zur wirksamen Entfaltung bedarf es aber einer gemeinsamen nationalen Anstrengung. Diese und alle weiteren Bemühungen sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und deren positive Stimmung zu erhalten.

 

Unternehmertum gezielt stärken

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Der Erfolg einer Volkswirtschaft hängt vor allem von dem Vertrauen der Unternehmer in ihr Können, ihr Wissen und ihre Kompetenz ab. Aber nicht zuletzt spielt auch die allgemeine Stimmung eine wesentliche Rolle. Nach allen Sachentscheidungen müssen Unternehmer auch wichtige Zukunftsfragen auf Basis ihrer persönlichen Einschätzungen und Erwartungen beantworten. Wiens Unternehmen stehen der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation überwiegend positiv gegenüber, sie vertrauen auf ihre Stärke, sich auch unter geänderten Marktbedingungen zu behaupten. Das ist das Ergebnis unserer aktuellen Befragung unter mehr als 1000 Betrieben.

Bedeutender Teil des Wachstumsmotors in Europas
Konkret sehen 36 Prozent der befragten Unternehmen ihre Branche aktuell in einer guten bis sehr guten Situation, lediglich 20 Prozent beurteilen die Situation als schlecht, was trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein sehr positives Ergebnis ist. Besonders zuversichtlich sind jüngere Unternehmer und solche, die in den letzten Jahren gegründet haben. Die Umfrage beweist einmal mehr, dass Wien auf ein starkes Unternehmertum aufbauen und vertrauen kann. Wir sind heute ein bedeutender Teil des Wachstumsmotors innerhalb Europas, auf dessen Antriebskraft weder Österreich noch die EU verzichten können. Diese Kraft und diesen Optimismus mit den richtigen Maßnahmen zu fördern, ist unabdingbar. Ganz besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften. Auch wenn die Thematik komplex ist und der große Wurf politisch derzeit, wie es scheint, nicht realisierbar ist, können wir auf einige positive Entwicklungen blicken. So gibt es beispielsweise durch die permanente Thematisierung der Lehrausbildung heute eine so intensive Auseinandersetzung mit der dualen Ausbildung wie schon lange nicht mehr.

Gemeinsame nationale Anstrengung
Unser Ziel muss aber weiterhin sein, den Stellenwert der Lehre im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und mehr und mehr Jugendliche für die Lehre als attraktive Alternative zum schulischen System zu gewinnen. Dass man parallel dazu auch Matura machen kann, scheint bei vielen Eltern noch nicht angekommen zu sein. Entscheidend für unsere weitere wirtschaftliche Prosperität wird die Begeisterung der Jugend für technische und naturwissenschaftliche Berufe sein. Zahlreiche Projekte konnten wir schon starten. Zur wirksamen Entfaltung bedarf es aber einer gemeinsamen nationalen Anstrengung. Diese und alle weiteren Bemühungen sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und deren positive Stimmung zu erhalten.

Vermögenssteuern schaden der Wirtschaft

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Mit einer Abgabenquote von mehr als 44 Prozent ist Österreich im internationalen Vergleich schon heute ein Hochsteuerland. Der Großteil der Steuerleistung wird dabei von den Betrieben aufgebracht, was naturgemäß im Wettbewerb die heimischen Unternehmen gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten benachteiligt. Es besteht daher kein Zweifel, dass das verkraftbare Ausmaß der Belastung längst erreicht ist und weitere Belastungen von den Betrieben nicht mehr geschultert werden können. Zu diesem Ergebnis kommt nun auch eine Studie der KMU Forschung Austria, die die Auswirkungen neuer Vermögens-, Erbschafts- oder Schenkungssteuern, wie diese von der Sozialdemokratie verlangt werden, untersucht hat.

Schwächung der Konkurrenzfähigkeit
Das Ergebnis ist so eindeutig wie schlecht. Zwei Drittel des prognostizierten Steueraufkommens wären vorrangig von den Klein- und Mittelbetrieben zu leisten, so die Studie. Allein dadurch wären jährlich rund 16.000 heimische Arbeitsplätze vernichtet. Mindestens ebenso dramatisch wären die Auswirkungen einer Neuauflage der Erbschafts- und Schenkungssteuer. In Wien stehen in den kommenden Jahren rund 10.000 Betriebe zur Übergabe an, was für ein durchschnittliches KMU schlagartig zu Steuerleistung jenseits von 150.000 Euro führen würde, so die KMU Forschung Austria. Unter diesen Bedingungen wird die wirtschaftliche Kraft und Konkurrenzfähigkeit der Betriebe geschwächt, wenn nicht überhaupt Betriebsübergaben und damit die Sicherung von Unternehmenswerten und Arbeitsplätzen vielfach schlichtweg scheitern.

Wachstumsbremse und Arbeitsplatzvernichtung
Österreichs Betriebe dürfen deshalb nicht mit neuen Steuern, die als Wachstumsbremse und Arbeitsplatzvernichtung wirken, weiter belasten werden. Unternehmenssubstanz und Eigenkapital müssen vor vordergründigem Populismus geschützt werden. Die Bewältigung schwieriger Zeiten braucht bessere Ideen. Umstrukturierung, Reformwille, Effizienzsteigerung sind nicht nur Aufgaben der Wirtschaftsunternehmen, sie gelten gleichermaßen für den gesamten öffentlichen Bereich. Davon würden dann alle profitieren – Wirtschaft, Gesellschaft und der Staatshaushalt.