Ohne Wirtschaft ist alles nichts

Pressekommentar

Die Tage rund um den 1. Mai werden wieder viele Politiker und Arbeitnehmervertreter zum Anlass nehmen, um ein Feuerwerk an Forderungen über die Betriebe loszulassen. Mit dem Ruf nach Erhöhung der Abgabenlast für Unternehmer, nach einer Lehrlingsmilliarde, Vermögenssteuern oder einer Wertschöpfungsabgabe wird es aber nicht gelingen, die durchaus herausfordernden Zeiten zu bezwingen. Dabei wird nämlich geflissentlich übersehen, dass es keine Trennung in Unternehmer und Mitarbeiter geben kann. Denn gemeinsam sind die mehr als 400.000 österreichischen Unternehmer und ihre knapp drei Millionen Beschäftigten DIE Wirtschaft und sorgen zusammen für Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität. Gemeinsam stellen sie sicher, dass Österreich eine erfolgreiche Volkswirtschaft ist, die zu den reichsten Nationen der Erde zählt.

Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
Hinter diesen Erfolgen steht ein werteorientiertes Wirtschaftssystem, das auf den Erfolgschancen unternehmerischen Handelns beruht, auf unternehmerischer Eigenverantwortung und einem fairen Miteinander. Dieses System stellt Beschäftigung, Innovation, Fortschritt und den Großteil des staatlichen Steueraufkommens sicher. Denn Unternehmer stehen für eine kluge Kombination aus Risikobereitschaft und unternehmerischer Kalkulation auf der einen Seite und Rücksichtnahme auf die Interessen der Mitarbeiter, der Lieferanten und Kooperationspartner auf der anderen Seite. Es ist daher die Aufgabe der Politik, dieses System in seinen Strukturen zu stärken und gerade in rauen Wirtschaftszeiten mit aller Kraft zu verteidigen und nicht zu belasten.

Der Politik ins Stammbuch geschrieben
Insbesondere betrifft das die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit – durch die Senkung der Lohnnebenkosten, ein international kompetitives Steuersystem, möglichst geringen bürokratischen Aufwand, einen einfachen Zugang zu maßgeschneiderten Förderungen, die Verfügbarkeit von bestens ausgebildeten Fachkräften oder eine leistungsfähige Infrastruktur, um nur einige der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren zu nennen. Umso mehr sind die jüngsten Vorschläge der Stadt zu einer Wertschöpfungsabgabe, die an die Stelle der in Europa einzigartigen U-Bahnsteuer treten soll, und die stärkere Besteuerung von Vermögen abzulehnen. Beides würde die Unternehmerinnen und Unternehmer hart treffen. Der Politik bzw. der Verwaltung sei daher in Anlehnung an ein Zitat von Arthur Schopenhauer ins Stammbuch geschrieben: Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts.

Mein Motto: Rein in die Stadt!

Pressekommentar

Wien muss auch in Zukunft eine belebte Stadt sein. Eine Stadt, in der Händler, Dienstleister, Gewerbe- und produzierende Betriebe in allen Bezirken und Grätzeln neben öffentlichen Stellen, Freizeit- und Bildungseinrichtungen, kulturellen Angeboten und einem ansprechend gestalteten öffentlichen Raum wirtschaftlich aktiv sein können. Denn nur durch diese Art der Durchmischung, durch Vielfalt und eine Multi-Zentren-Strategie werden Kundenfrequenzen geschaffen, auf denen sich eine positive Wirtschafts- und Stadtentwicklung aufbauen lässt.

Richtschnur für die Stadtentwicklung
Diese für Wien neue Herangehensweise an das Thema Stadtentwicklung ist nur ein Eckpunkt des neuen „Masterplans zur Urbanitätsoffensive Wien“, zu dessen Erarbeitung ich vor eineinhalb Jahren renommierte Experten aus dem In- und Ausland, Bezirksvorsteher, Behördenvertreter und viele Unternehmerinnen und Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen eingeladen habe. Diesen Bericht habe ich diese Woche in einem breit angelegten Symposium zur Diskussion gestellt, um weitere Sichtweisen in diesen größten und umfassendsten Denk- und Strategieprozess zur Zukunft unserer Stadt einzuholen. Den fertigen Bericht werde ich der Stadt Wien als Grundlage für den Stadtentwicklungsplan 2025 zur Verfügung stellen, der nächstes Jahr als Richtschnur für die Stadtentwicklung der kommenden Jahre beschlossen werden soll. Für die überwiegend klein- und mittelständisch strukturierte Wirtschaft in unserer Stadt ist dieser Prozess von unendlich großer Bedeutung.

Aktive Stadtentwicklungspolitik wichtig
Denn in den letzten Jahren ist es für viele Unternehmen schwierig geworden, in der Stadt wirtschaftlich aktiv zu bleiben. Beispielsweise für Betriebe in Nebenlagen, die durch die rasante Vermehrung von Verkaufsflächen in Einkaufszentren und Fachmärkten am Stadtrand unter Druck stehen. Oder für produzierende Betriebe, die durch eine ständige Verschärfung der Auflagen aus Wohngebieten verdrängt werden. All das muss nicht sein, denn es gibt Wege, es besser zu machen. Das zeigen auch die vielen internationalen Beispiele wie Barcelona, Hamburg oder Kopenhagen, deren Strategien im Masterplan verarbeitet wurden. Auch für Wien ist eine aktive Stadtentwicklungspolitik wichtig, notwendig – und möglich. Die Bedürfnisse der Unternehmen sind dabei zwingend zu berücksichtigen. Denn es sind die Unternehmen, die Leben in die Stadt bringen und ihr Erscheinungsbild prägen. Also: Rein in die Stadt!

Kleinbetriebe – wichtige Impulsgeber der Wirtschaft

Pressekommentar

Die überwiegende Mehrheit der Wiener Betriebe sind Unternehmen mit wenigen oder gar keinen Mitarbeitern. Sie prägen die Struktur der Wiener Wirtschaft wesentlich und sind für das Funktionieren des wirtschaftlichen Gesamtgefüges entscheidend. Wiens Klein- und Kleinstbetriebe sind dabei von großer Diversität geprägt – je nach Branche, in der sie tätig sind, agieren sie auch in höchst unterschiedlichem Umfeld. Sie stehen dort aber oft vor denselben Herausforderungen wie große Unternehmen, müssen auf neue Entwicklungen rasch reagieren und sich an neue Gegebenheiten flexibel anpassen. Gemeinsam haben die Klein- und Kleinstbetriebe die Herausforderung, nicht nur fachlich bestehen zu müssen, sondern auch alle anderen Funktionen in ihrem Unternehmen perfekt auszufüllen.

FORUM EPU-etablierter Treffpunkt für Weiterbildung, Geschäftstätigkeit und Vernetzung
Welche Fähigkeiten dazu nötig sind, und welche Lernschritte sie durchlaufen, um auf dieser Reise erfolgreich zu sein, haben erst jüngst wieder die Absolventinnen und Absolventen des FORUM EPU Business Labors der Wirtschaftskammer Wien in beeindruckenden Präsentationen demonstriert. Klein- und Kleinstbetriebe schärfen in dem halbjährigen Lehrgang ihr unternehmerisches Profil. Besonders Ertrag orientiertes Denken, Nein sagen können zu Zeitfressern und die Notwendigkeit guter Vernetzung waren oft genannte Lernschritte. Das FORUM EPU der Wirtschaftskammer Wien mit seinen Veranstaltungen, Workshops und Meeting-Räumen ist hier inzwischen gut etablierter Treffpunkt für Weiterbildung, Geschäftstätigkeit und Vernetzung. Im mittlerweile eingerichteten Alumni Club der FORUM EPU Business Labor-Absolventinnen und Absolventen wird Vernetzung weiter gelebt.

Optimale Rahmenbedingungen schaffen  Der Wirtschaftskammer Wien als Interessenvertretung der Wiener Unternehmerinnen und Unternehmer ist die Schaffung von optimalen Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entfaltung von Klein- und Kleinstbetrieben ein besonderes Anliegen. Ein aktuell anstehender wichtiger Schritt ist der Ausbau von alternativen Finanzierungsformen wie zum Beispiel Crowdfunding und Erleichterungen für Business Angels und Venture Capital- Geber in Form von Freibeträgen, damit Betrieben ein breites Finanzierungsanbot zugänglich ist. Die Wahl der Mittel zum wirtschaftlichen Erfolg muss so gestaltet sein, dass jeder Betrieb seinen Bedürfnissen entsprechend ein Angebot vorfindet.

Verkehrslawine Neu?

Pressekommentar, Verkehr

Die politischen Proponenten des Projekts Mariahilfer Straße Neu haben in den vergangenen Monaten das Vorhaben immer wieder auch als Maßnahme der Verkehrsberuhigung und Attraktivierung für die anrainende Wohnbevölkerung kommuniziert. Dass dieser Plan nicht aufgeht, zeigt eine Studie des Verkehrsplanungsbüros Käfer. Ganz im Gegenteil: Durch die Unterbrechung der Querungsmöglichkeiten bei der Schottenfeldgasse, der Zieglergasse und der Andreasgasse in Verbindung mit den zeitlich stark, auf die frühen Morgenstunden reduzierten Lieferzeiten innerhalb der Fußgängerzone kommt es zu einer eklatanten Verlängerung der Fahrtwege und Fahrtzeiten in den Neben- und Seitenlagen, was insgesamt zu einer deutlichen Steigerung des Verkehrsaufkommens im sechsten und siebenten Bezirk führen wird.

Neue, willkürlich erzeugte Verkehrsspitzen entstehen
Noch einschneidender sind aber die Auswirkungen auf die Betriebe in diesen Bezirken. Denn Lieferbetriebe müssen künftig die Fahrrouten wegen eines fehlenden Gesamtkonzeptes völlig neu organisieren. Da künftig für jeden Auftrag bis zu dreimal mehr Fahrzeit einzuplanen sein wird, werden die Betriebe nicht umhinkommen, ihren Fuhrpark zu erweitern, so die Studie. Das enge Zeitfenster für An- und Ablieferungen in weiten Teilen der Mariahilfer Straße lässt neue, willkürlich erzeugte Verkehrsspitzen entstehen, die für Lieferanten kaum abzudecken sein werden, den Verkehrsfluss belasten und die Versorgungssicherheit der ansässigen Unternehmen gefährden. Den Verkehr über lange Umwegrouten  umzuleiten, die Verkehrsbelastung in den Bezirken zu erhöhen, neue Stauzonen zu schaffen und die Unternehmen über die Maßen zu belasten, ist ebenso verantwortungslos wie kurzsichtig.

Weder der Bevölkerung noch den Betrieben zumutbar
Wien braucht nicht weniger, sondern mehr Wirtschaft. Wien braucht ein neues, gut durchdachtes Gesamtverkehrskonzept für beide Bezirke, das die Interessen aller berücksichtigt und nicht den Partikularinteressen Einzelner folgt. Eine try-and-error-Methode, wie sie derzeit im Raum steht und deren negative Folgen immer deutlicher absehbar werden, ist weder der Bevölkerung noch den Betrieben und deren MitarbeiterInnen zumutbar. Noch ist es nicht zu spät.