Bildungsreform: Jetzt handeln!

Bildung, Pressekommentar

In sechs Monaten wählt Österreich einen neuen Nationalrat. Dass das heimische Bildungswesen bis dahin grundlegend reformiert wird, ist unwahrscheinlich. Doch für die Zeit danach hat die Phase des Nachdenkens bereits begonnen. Dabei ist es besonders erfreulich, dass einmal mehr die österreichischen Sozialpartner – Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Landwirtschaftskammer und Gewerkschaft – initiativ wurden und sich in konstruktiver Zusammenarbeit auf eine gemeinsame Linie in Sachen Bildungsreform geeinigt haben. Diese Sozialpartner-Einigung ist ein echter Meilenstein und Vorgabe aller führenden Interessenvertretungen des Landes an die nächste Bundesregierung – wie auch immer sie zusammengesetzt sein wird.

Reformstau endlich aufbrechen
Es ist jedenfalls unabdingbar, in dieser für die Zukunft unseres gesamten Gesellschafts- und Wirtschaftssystems entscheidenden Frage an einem Strang zu ziehen, Vordenker der künftigen politischen Willensbildung zu sein und einen Beitrag dazu zu leisten, dass der jahrzehntelange Reformstau im österreichischen Bildungswesen endlich aufgebrochen wird. Konkret fordern wir unter anderem, dass die Bildungspotenziale jedes einzelnen viel stärker in den Mittelpunkt gerückt werden – im Unterricht ebenso wie in der Berufs- und Bildungsberatung. Die duale Ausbildung, um die uns ganz Europa beneidet und die die wichtigste Stütze unseres Fachkräfteangebots ist, muss weiter attraktiviert werden, um mehr Jugendliche als bisher dafür zu begeistern. Beispielsweise durch Teilqualifizierungen, einen Ausbau der Lehre mit Matura und mehr Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Bildungswegen.

Geist der Veränderung
In den Pflichtschulen müssen verpflichtende Mindeststandards erreicht werden, um sicherzustellen, dass die Grundlagen für eine hochqualifizierte Ausbildung, wie es die duale Berufsausbildung nun einmal ist, gegeben sind. Und nicht zuletzt muss auch in die Frühförderung mehr investiert werden. Daher halten wir ein zweites, verpflichtendes Kindergartenjahr für notwendig, um Defizite etwa in der Sprachentwicklung oder bei Sozialkompetenzen gar nicht erst entstehen zu lassen. Das sozialpartnerschaftliche Bildungspapier umfasst noch viele weitere wichtige Punkte, ist gut durchdacht und mit viel Sachverstand ausgearbeitet. Es trägt den Geist der Veränderung in sich und verfolgt klare Ziele. Diese gilt es jetzt umzusetzen, je eher, umso besser.

Zeichen der Vitalität und Solidarität

Pressekommentar

Was wäre Wien ohne seine Einkaufsstraßen? Wohl längst nicht so bunt, abwechslungsreich, lebenswert und beliebt wie heute. Laut einer Umfrage aus dem Vorjahr verbinden rund drei Viertel der Wienerinnen und Wiener mit den Einkaufsstraßen Eigenschaften wie Sympathie, Lebensqualität und hohen Service. Zu verdanken ist das in einem ganz besonderen Maße den rund 5000 Unternehmerinnen und Unternehmern aus Handel, Gastronomie und Gewerbe&Handwerk, die in den 78 Einkaufsstraßen-Vereinen engagiert sind. Mit ihrem solidarischen Einsatz sorgen sie dafür, dass jede Straße und jedes Grätzel ein eigenständiges Profil hat und mit einem vielfältigen Mix an Kundenbindungsmaßnahmen im Bewusstsein der Menschen fest verankert ist. Ganz besonders zu danken ist jenen Wirtschaftstreibenden, die zusätzlich zu ihrer unternehmerischen Tätigkeit und zur Mitgliedschaft in ihrem Einkaufsstraßen-Verein auch im Vereinsvorstand mitwirken und die Zukunft ihrer Straße weichenstellend mitgestalten. Auf ihnen lastet eine große Verantwortung. Der Wert dieses Engagements ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.

350 Veranstaltungen pro Jahr
Besonders zeitintensiv für die Mitwirkenden in den Vereinen sind die vielen Veranstaltungen. Denn sie sind mit allen Beteiligten abzustimmen, erfordern einen großen organisatorischen Aufwand und auch einen materiellen Einsatz, der nicht für jeden Betrieb einfach zu finanzieren ist. Hocherfreulich ist es daher, dass es – nach dem großen Erfolg des ersten Einkaufsstraßen-Festivals im vergangenen Herbst mit 1,5 Millionen Besuchern in 50 Straßen – auch heuer im September wieder ein Festival geben wird. Und auch bis dahin wird in den Einkaufsstraßen viel los sein – etwa rund um das bevorstehende Osterfest. In Summe kommen die Wiener Einkaufsstraßen pro Jahr auf mehr als 350 Veranstaltungen – und jede ist ein Gewinn für Wien.

Hochwertige Nahversorgung in Fußweite
Für die künftige Entwicklung Wiens sind die Wiener Einkaufsstraßen von ganz großer Bedeutung – sichern sie den Bewohnern der Stadt doch eine hochwertige Nahversorgung in Fußweite, ein vielfältiges Angebot und ein Zeichen der Vitalität. Das schätzen auch die Millionen Wien-Besucher, die unsere Stadt jedes Jahr als Touristen besuchen. Es ist daher kein Zufall, dass Wien Bestnoten für seine Lebensqualität erhält.

Stadtentwicklung mit Weitblick

Pressekommentar

Anlässlich der Wirtschaftsmission der Wirtschaftskammer Wien zum Mobile World Congress in Barcelona standen auch Gespräche mit Vertretern der Stadtregierung und der Wirtschaftskammer auf dem Programm. Es zeigte sich klar, dass sich eine moderne, lebenswerte Stadt auch unter Aufrechterhaltung traditioneller Wirtschaftsstrukturen erfolgreich weiterentwickeln kann. So ist es gelungen, die historisch gewachsenen Einzelhandelsstrukturen im gesamten Stadtgebiet zu erhalten. Dabei geht man äußerst rigide bis ablehnend bei der Genehmigung von Einkaufszentren vor. Die kleinstrukturierte Wirtschaft wird durch klar begrenzte Öffnungszeiten und Sonntagsruhe bewahrt und die Einkaufsstraßenvereine der Unternehmen bei der Erhaltung der Vielfalt und Lebendigkeit der Straßen und Viertel wesentlich unterstützt.

Entfaltungsmöglichkeiten für Zukunftsbranchen
Barcelona verfügt daher heute über eine vitale, dezentral organisierte Nahversorgung und eine hohe Kaufkraftbindung. Barcelona hatte und hat bis heute die Auswirkungen einer Deindustrialisierungswelle samt Neupositionierung des Hafenviertels zu bewältigen. Die erfolgreiche Bewerbung für die Olympischen Spiele 1992 wurde dabei bewusst als Stadtentwicklungsschub genutzt und umgesetzt. Für Industriebranchen wurden neue standortpolitische Stoßrichtungen verwirklicht. Den Zukunftsbranchen Neue Medien, Forschung, IKT, Biotechnologie und Aeronautic wurden umfassende Entfaltungsmöglichkeiten geboten, was tausende Unternehmensgründungen und –ansiedlungen hervorgebracht hat.

Wohnen, Wirtschaften und Arbeiten…
So konnten sich etwa im Entwicklungsgebiet 22@ rund 4500 Unternehmen vorrangig aus wissensbasierten Bereichen ansiedeln, die mittlerweile mehr als 55.000 Mitarbeiter beschäftigen. Auch heute sichert sich die Stadt laufend Entwicklungsflächen und bietet sie Unternehmen für Clustergründungen oder Technologieparks an. Das Grundkonzept von einer breit angelegten Durchmischung mit einem gleichwertigen Miteinander von Wohnen, Wirtschaften und Arbeiten, Lernen und Lehren, Kultur und Freizeitgestaltung wird jedoch konsequent verfolgt. Durch diese aktive Stadtentwicklungspolitik ist Barcelona eines der führenden Wirtschaftszentren Spaniens geworden, trägt 20 Prozent und damit überdurchschnittlich viel zur nationalen Wertschöpfung bei und ist auch im Export überdurchschnittlich erfolgreich.