Mariahilfer Straße – ein bewährtes System schützen

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Der nunmehr vorliegende Entwurf zur Neugestaltung der Mariahilfer Straße ist aus Sicht der Wiener Wirtschaft kritisch zu betrachten. Demnach soll die gesamte Mariahilfer Straße in Fußgängerzone und verkehrsberuhigte Zonen umgestaltet werden und somit für den Individualverkehr nicht mehr benützbar sein. Lediglich der Radverkehr wäre davon ausgenommen. Mit dieser Änderung ist auch der Entfall aller Querungsmöglichkeiten verbunden und somit der Verkehrsfluss zwischen den nördlichen und südlichen Stadtteilen unterbrochen. Dieser Eingriff in das bestehende System hat nicht nur auf die mit rund zwei Kilometern Länge größte Einkaufsstraße Österreichs und alle Unternehmensbereiche wie Handel, Gewerbe, Gastronomie und die zahlreichen Büronutzungen weitreichende Auswirkungen, sondern trifft unmittelbar auch alle Geschäftstätigkeiten in den Seiten- und Nebenlagen.

Sorgen ernst nehmen
Die Verunsicherung der Wirtschaftstreibenden ist groß aber verständlich. Die Sorgen der Betriebe sind seitens der Politik ernst zu nehmen. Es geht um die Auswirkungen auf Kunden und Lieferantenverkehr: Wie, wann und wo können Lieferanten und Kunden in Zukunft zufahren und halten? Ist in den Sackgassen für den Lieferverkehr insbesondere mit größeren Fahrzeugen ausreichend Platz zum Wenden? Wo sind ausreichende Ladezonen im Randbereich beidseits der Fußgängerzone? Wie können Reisebusse zu den Hotels vorfahren, wie wird der Taxiverkehr geregelt? Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, welche Auswirkungen der Entfall der Querungsmöglichkeiten auf die Gesamtverkehrssituation haben wird bzw. wieviele zusätzliche Kilometer tagtäglich von abertausenden Fahrzeugen geleistet werden müssen, um den Großraum Mariahilfer Straße zu umfahren.

Wirtschaftstreibende sollen nicht zu Wort kommen
Antworten und Lösungsvorschläge wurden vor Monaten erarbeitet und mit allen Stakeholdern akkordiert. Heute gilt dieses Konzept nicht mehr, ganz im Gegenteil. Die Wirtschaftstreibenden sollen nicht zu Wort kommen. Aus diesem Grund hat die Wirtschaftskammer eine Befragung aller 9000 Unternehmer in den beiden hauptbetroffenen Bezirken eingeleitet. Das Ergebnis muss in den Entscheidungsprozess einfließen, denn es sind die Unternehmen, die mit ihren vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Vitalität, Lebensqualität und Wohlstand schaffen.

Topdestination Wien

Pressekommentar

Der Wiener Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und unverzichtbar für das Image Wiens in der Welt. Touristen, die positive Eindrücke aus unserer Stadt mitnehmen, kommen gerne wieder und sind Botschafter Wiens. Mit Wien als moderner und offener Stadt macht man auch gerne Geschäfte. Wien kennt man – und Wien mag man. Das zeigt auch die jüngste Nächtigungsstatistik. Die Tourismusbetriebe blicken auf ein neues Rekordergebnis mit mehr als 12 Millionen Nächtigungen. Diesen Besucherhöchststand hätte vor ein paar Jahren, als die Weltwirtschaft mitten in der Krise war, so schnell kaum jemand für möglich gehalten. Auch der Umsatz wird mit mehr als 500 Millionen Euro erwartet.

Wichtiges Zeichen für Wien
Aufgrund der stark steigenden Bettenzahlen spiegelt sich die gute Umsatzentwicklung aber noch nicht im selben Ausmaß bei der Gewinnentwicklung der Unternehmen wider. Auch heuer wird die Zahl der Betten um knapp zehn Prozent auf rund 60.000 steigen. Das zeigt die Attraktivität des Tourismusstandortes Wien für Investoren, die Herausforderungen für die Hotellerie bleiben dadurch aber weiter hoch. Umso wichtiger ist, dass mit dem von Experten erwarteten weiteren Anstieg der Nächtigungszahlen der Weg einer moderaten, aber kontinuierlichen Preisanpassung möglich wird. Denn die Zimmerpreise liegen in Wien erst knapp über jenen des Krisenjahres 2009. Das erweiterte Destinationsangebot der Austrian Airlines könnte den Wiener Tourismusbetrieben dabei entgegenkommen. Die für Wien wichtigste Fluglinie wird im Sommer ihre vor einigen Jahren eingestellte Direktverbindung nach Chicago wieder aufnehmen und will in den nächsten fünf Jahren vier weitere Langstreckendestinationen neu anfliegen. Für die Stadt ist das ein wichtiges Zeichen, denn mehr als die Hälfte der Touristen kommt per Flugzeug nach Wien.

Vermögenssteuer greift Substanz der Betriebe an
Wie erfolgreich Wien im Tourismus und ganz besonders im Kongresstourismus in der Zukunft sein wird, hängt also ganz maßgeblich davon ab, wie gut Wien in das internationale Flugnetz integriert ist. Hier gilt es, alle bereits begonnenen Anstrengungen fortzusetzen, um die harte Arbeit der Wiener Tourismusbetriebe optimal zu ergänzen. Jedenfalls abzulehnen ist die angedachte Vermögenssteuer. Sie würde direkt die Substanz der Betriebe angreifen und wertsteigernde Investitionen, die die einzelnen Betriebe und damit auch den Standort attraktiv machen, verhindern. Die Hotellerie wäre wegen ihres Immobilienbesitzes eine der hauptbetroffenen Branchen einer solchen Steuer.

Wiener Betriebe bei Eigenkapital top

Pressekommentar

Das neue Jahr beginnt mit einer positiven Nachricht: Wiens Unternehmen konnten ihre betriebswirtschaftlichen Kennzahlen in den vergangenen Jahren deutlich verbessern. Allein die Eigenkapitalquote ist seit 2003 von 19 auf 29 Prozent angestiegen. Und auch der Anteil der Betriebe, die ein positives Eigenkapital aufweisen, ist seither von 65 Prozent auf 77 Prozent geklettert. Gründe für diese Entwicklung sind vor allem die konstant starke Umsatzrentabilität und eine steigende Zahl an Betrieben, die Gewinne schreiben und diese auch zum Eigenkapitalaufbau nutzen, wie eine Studie der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien belegt.
Stille Reserven heben
Konkret haben die Studienautoren 70.000 Bilanzen österreichischer Unternehmen, 12.000 davon aus Wien, analysiert und die betriebswirtschaftliche Situation nach den herausfordernden Jahren 2008 und 2009 untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Wiens Unternehmer die wirtschaftlich schwierigen Jahre genutzt haben, um ihren Betrieb gründlich zu durchforsten, effizienter zu machen und stille Reserven zu heben. Dadurch wird es für die Betriebe letztlich auch leichter, Zugang zu Bankfinanzierungen und günstigeren Konditionen zu bekommen. Angesichts der strengen Basel II-Regeln und der Liquiditäts- und Kernkapitalvorgaben, denen Banken unterliegen, ist dies auch absolut notwendig.

Crowd Funding
Während die Betriebe ihre Hausaufgaben also bereits gemacht haben, muss nun auch die Politik alle Anstrengungen unternehmen, um die Wirtschaft bei der weiteren Verbesserung der Kapitalsituation zu unterstützen. Beispielsweise durch die überfällige Abschaffung der Gesellschaftssteuer, eine klare Absage an Vermögenssteuern oder die baldige Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 1000 Euro. Unabhängig davon braucht es zusätzlich neue Möglichkeiten der Finanzierung, wie etwa Crowd Funding, das international bereits erfolgreich angeboten wird. Auch dafür muss die Politik rasch die passenden Rahmenbedingungen schaffen.

Für ein starkes Unternehmertum

Pressekommentar

Aus wirtschaftlicher Sicht war das vergangene Jahr durchaus herausfordernd. Denn die Bewältigung der europäischen Staatsschuldenkrise und das angekratzte Vertrauen in die wirtschaftliche Stärke Europas hinterließen auch bei der heimischen Wirtschaft deutliche Spuren. Zweifel an dem Projekt Europa sind dennoch unangebracht. Denn Europa befreit sich in extrem kurzer Zeit von Altlasten, die über Jahrzehnte aufgestaut worden sind. Aus diesem reinigenden Prozess werden wir gestärkt hervorgehen. Und am Ende des Tages werden wir schneller, weiter und besser sein als andere Volkswirtschaften.

Quelle unseres Wohlstandes

Österreich kommt dabei eine ganz zentrale Rolle zu. Nicht nur, weil viele unserer Betriebe Exportweltmeister sind und betriebliche Innovationen im internationalen Vergleich hierzulande überdurchschnittlich stark ausgeprägt sind. Oder weil die Unternehmen über die duale Ausbildung für hervorragend qualifizierte Fachkräfte und eine hohe Jugendbeschäftigung sorgen, für die uns viele andere europäische Staaten beneiden. Nein, es geht um viel mehr, um die Quelle unseres Wohlstandes in Österreich – um das Unternehmertum. Es ist die Voraussetzung für einen Beschäftigungsrekord, den wir im letzten Jahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen erreicht haben, für ein weiteres Anwachsen unserer Wirtschaftsleistung, für Milliardeninvestitionen in Forschung, Entwicklung, Innovationen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Und das ist die Voraussetzung, dass in den kommenden Jahren eine nachhaltige Sanierung des österreichischen Budgets gelingen kann, dass der Wohlstand der Bevölkerung weiter steigt und dass wir auch zum Projekt Europa unseren solidarischen Beitrag leisten können.

2013 nutzen
All die großen Aufgaben der Zukunft sind nur mit der Wirtschaft zu schaffen – nicht gegen sie. Daher ist das Unternehmertum in Österreich weiter zu stärken und durch eine kluge Reformagenda zu unterstützen. Das Jahr 2013 kann und muss dafür genutzt werden – trotz oder gerade wegen der zahlreichen Wahlen, die heuer anstehen. Von einer deutlichen Verschlankung der Verwaltung über eine Reform des Pensions- und des Bildungssystems bis hin zu einer offensiven Strategie zur Förderung des Innovationsgeistes in Österreich – die Liste der Möglichkeiten ist lang, die Chancen sind groß.  Allen Wiener Wirtschaftstreibenden und ihren Mitarbeitern, die mit Kompetenz und Einsatz zum wirtschaftlichen Erfolg der Bundeshauptstadt beitragen, wünsche ich für 2013 alles Gute.