Wo ist der Mut zu Reformen?

Pressekommentar

Kennen Sie den höchsten Berg Europas? Genau, es ist der Schuldenberg. In jahrzehntelanger Arbeit wurde er – von falschen politischen Überzeugungen geleitet – größer und größer, jedes Jahr ein bisschen, bis er auf einmal begann, ganz von alleine weiter zu wachsen. Heute nimmt sein Schatten der bisher so erfolgreichen europäischen Integration ihr strahlendes Licht. Und niemand wagt mehr zu prophezeien, wie die Europäische Union in zehn Jahren aussehen wird. Sicher ist aber, dass sie nur eine Zukunft haben wird, wenn der Schuldenberg überwunden und beherrschbar gemacht wird. Dafür hat jedes Mitgliedsland der EU seinen Beitrag zu leisten. Und nicht nur gemeinschaftlich, also nicht nur in Form von gegenseitigen Haftungen und Überbrückungskrediten, sondern auch durch Maßnahmen gegen den Schuldenberg im eigenen Land.

Reformstau auflösen
Auch Österreich ist hier gut beraten, sich nicht in die letzte Reihe zu stellen. Denn es gilt, auch den Reformstau im eigenen Land aufzulösen und unnützen Staatsausgaben den Kampf anzusagen. Die Liste der Handlungsfelder ist seit vielen Jahren unverändert und begegnet uns auch heute noch in Form der längst überfälligen Verwaltungsreform, Gesundheitsreform, Pensionsreform und Bildungsreform. Unzählige Male wurde bereits errechnet, wie viele Milliarden Euro an Steuermittel durch verkrustete Strukturen, Doppelgleisigkeiten, Kompetenzüberlappungen, ausufernde Meldepflichten, Spießroutenläufe durch die Behörden und dergleichen jedes Jahr unsinnig ausgegeben werden, während es bei Zukunftsinvestitionen oft an budgetären Möglichkeiten mangelt.

Weichen Richtung Wachstum stellen
Und es bleibt zu befürchten, dass sich ein Jahr vor der nächsten Nationalratswahl nichts Entscheidendes mehr daran ändert. Dabei braucht das Abgehen von dem Schuldenweg der letzten vier Jahrzehnte gerade jetzt einen großen Wurf, der breit getragen wird und die Weichen nachhaltig neu stellt. Weichen in Richtung Wiedererlangung eines Wachstumskurses, der notwendig ist, um alte Schulden abzubauen und neue gar nicht mehr entstehen zu lassen. Es ist Zeit, Klartext zu sprechen. Und anschließend zu handeln.

Agieren ist besser als reagieren

Pressekommentar

Schön, wenn in einem Unternehmen die Auftragslage, der Personalaufwand und die Finanzierungskosten gut aufeinander abgestimmt sind und leicht bewältigt werden können. Aber was ist, wenn sich wesentliche Parameter ändern? Wenn der Umsatz überraschend einbricht oder die Zinsen für Verbindlichkeiten plötzlich steigen? Geht sich dann auch noch immer alles aus?

Handlungswillen demonstriert
Angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage mit ihren vielen Unsicherheiten – vor allem in Europa – sind diese Fragen mehr als berechtigt. Mit Zögern und Zaudern ist allerdings kein Kampf zu gewinnen. Das haben zuletzt auch die Entscheidungsträger auf europäischer Ebene im Umgang mit der Eurokrise bewiesen, indem sie weitreichende Entscheidungen getroffen und damit Handlungswillen demonstriert haben. Die Möglichkeit eines unbegrenzten Anleihenkaufs durch die Europäische Zentralbank, verbunden mit strengen Auflagen für die Schuldenstaaten, und das grüne Licht für den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM sind sehr zu begrüßen.

Eigenkapitalsituation der heimischen Betriebe deutlich verbessert
Erfreuliche Nachrichten gibt es aber auch von Österreichs Wirtschaft. Denn eine aktuelle Studie der KMU Forschung Austria zeigt, dass sich die Eigenkapitalsituation der heimischen Betriebe in den letzten fünf Jahren trotz der fordernden wirtschaftlichen Zeiten deutlich verbessert hat. Im Schnitt verfügen die Unternehmen heute über eine Eigenkapitalquote von 28,5 Prozent – um fünf Prozentpunkte mehr als 2006. Besonders stark verbessert hat sich die Situation bei kleinen Betrieben bis neun Mitarbeiter. Trotz Auftragsrückgängen in vielen Branchen in den Jahren 2008/2009 und unsicheren Aussichten wurde in den Unternehmen also darauf geachtet, einen ausreichenden Kapitalstock aufzubauen und eine Überschuldung zu vermeiden.

KMU-Stresstests der WK Wien hilft
Diese kluge Unternehmensführungsstrategie gilt es nun weiter fortzusetzen, etwa mit Hilfe des KMU-Stresstests der WK Wien, mit dem künftige Szenarien wie Umsatzrückgänge oder steigende Finanzierungskosten betriebswirtschaftlich durchgespielt werden können. Bisher haben mehr als 13.000 Unternehmerinnen und Unternehmer dieses kostenlose Angebot unter http://wko.at/wien/sicherheit genutzt und damit bewiesen, wie wichtig es ist, sich ständig auf mögliche Entwicklungen vorzubereiten, bevor sie einen überraschen. Denn jede Gegenmaßnahme greift umso besser, je früher eine mögliche Bedrohung erkannt wird. In Europa ebenso wie in jedem Wiener Betrieb.

Der richtige Ort für kreative Ideen

Kreativwirtschaft, Pressekommentar

Mitarbeiter mit guten Ideen sind in jedem Betrieb gefragt. Denn neben dem Unternehmer sind es die Mitarbeiter, die die Abläufe und Verfahren am besten kennen und wissen, wo innovative Ideen gefragt sind. Dieses Know-how darf nicht vernachlässigt werden, sondern ist gezielt zu unterstützen. Beispielsweise ermuntert die Opel Wien GmbH im Rahmen ihres betrieblichen Vorschlagswesens ihre Mitarbeiter, laufend Vorschläge und Ideen einzubringen, mit deren Hilfe allein im Vorjahr 2,6 Millionen Euro eingespart wurden. Gerade in herausfordernden Zeiten eine einfache Möglichkeit, Kosten zu senken und gleichzeitig die Produktivität zu steigern. Wie groß das Innovationspotenzial der Mitarbeiter ist, belegt eine Studie aus Deutschland.

Kreative Ideenfindung
Demnach machen sich Dienstnehmer nicht nur während der Arbeitszeit Gedanken über Verbesserungen in ihren Unternehmen. Die meisten guten Ideen entstehen bei Freizeitaktivitäten zu Hause oder beim Sport. Wer diese Kreativität zum Beispiel durch Prämien fördert, motiviert seine Mitarbeiter und profitiert von effizienteren Prozessen. Die Studie zeigt, dass kreative Ideenfindung für den nachhaltigen Erfolg von Unternehmen unabdingbar ist. Sie ist die Basis für Innovationen und neue Modelle. Etwa beim Halten und Ausbauen des Kundenstocks oder für geschickte Problemlösungen, wenn einmal nicht alles nach Plan läuft, und für eine Form der Mitgestaltungsmöglichkeit von Mitarbeitern, die mehr wollen als das bloße Abarbeiten von Aufträgen. Ebenso wichtig sind kreative Impulse von außen. Etwa in Form einer Zusammenarbeit von klassischen Gewerbebetrieben mit Unternehmen der Kreativwirtschaft.

Wirtschaftskammer Wien unterstützt
Denn kreative Unternehmen öffnen den Blick und zeigen vor, wie man in der täglichen Arbeit mit einer anderen Form des Denkens zu neuen Erfolgen kommt. In der Wirtschaftskammer Wien unterstützen wir dieses Zusammenfinden von klassischen und kreativwirtschaftlichen Betrieben sehr intensiv, beispielsweise über die Netzwerkplattform www.creativespace.at. Oder über die WIEN PRODUCTS Collection, bei der Wiener Traditionsbetriebe der Handwerkskunst mit Wiener Designern zusammenarbeiten. Egal, ob kreative Ideen von innen oder außen. Nirgendwo sonst sind gute Ideen so nutzenstiftend wie im Betrieb. Sie müssen nur abgeholt werden.