Die Zahl der Lehrlinge geht weiter nach oben

Lehrlinge, Pressekommentar

Erfreuliche Nachrichten erreichen uns in diesen Tagen vom Wiener Lehrstellenmarkt. Mit knapp 17.000 Jugendlichen ist die Zahl der Wiener Lehrlinge gegenüber dem Vergleichsstichtag des Vorjahres weiter gewachsen, ganz besonders stark im ersten Lehrjahr. Zugleich erreicht die Zahl der offenen Lehrstellen mit knapp 2000 einen neuen Höchstwert. Die rechnerische Lücke zu den Lehrstellensuchenden ist dagegen verschwindend gering. Damit ist klar: Wiens Betriebe arbeiten mit aller Kraft für bestens ausgebildete Fachkräfte und damit für eine sichere Zukunft unserer Wirtschaft.

Lehre ist anspruchsvolle Ausbildung
Dafür gebührt den tausenden Wiener Ausbilderbetrieben ganz besondere Anerkennung. Denn das Engagement in die Ausbildung unserer Jugendlichen – und damit in die dringend benötigten Fachkräfte der Zukunft – ist keine Selbstverständlichkeit und erfordert von den Unternehmern höchsten persönlichen Einsatz. Und das trotz teilweise ungünstiger Rahmenbedingungen. So stehen oftmals gerade kleinere und mittlere Betriebe mit größeren und bekannteren Unternehmen im Wettstreit um die besten Kandidaten. Zusätzlich hat die Lehre als fundierte Ausbildung in unserer Gesellschaft an Reputation eingebüßt und muss stets um Anerkennung ringen. Viele junge Menschen kämpfen sich lieber mehr schlecht als recht durch die Schule, als dass sie einen der mehr als 200 verschiedenen Lehrberufe ergreifen. Es muss daher in der Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass die Lehre eine anspruchsvolle Ausbildung ist, die der schulischen in nichts nachsteht und hervorragende Zukunftsaussichten und gute Verdienstmöglichkeiten bietet.

Duales System von besonderer Bedeutung
Die Wiener Wirtschaftstreibenden selbst sind sich dieses Umstandes voll bewusst und investieren 270 Millionen Euro pro Jahr in die Ausbildung der jungen Menschen. Das duale System, um das uns viele Länder beneiden, und damit die Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte sind gerade für ein kleines Land wie Österreich im heimischen wie im globalen Wettbewerb von besonderer Bedeutung. Damit die Lehre sich aber auch in Zukunft als Erfolgsmodell bewährt, muss auch ihr Umfeld weiterentwickelt werden – etwa durch mehr Durchlässigkeit zwischen den unterschiedlichen Bildungswegen, eine Reform der neunten Schulstufe oder die Einführung eines Bachelor Professional

Unsere Aussichten sind gut

Pressekommentar

Wiens Wirtschaft kann stolz auf ihre Leistungen sein. Denn trotz schwieriger makroökonomischer Rahmenbedingungen – insbesondere ausgelöst durch die Eurokrise – bleiben die Wiener Unternehmen auf Erfolgskurs und erwarten auch für die kommenden Monate eine gute Entwicklung. Wie aus der jüngsten Konjunkturbefragung der Wirtschaftskammer hervorgeht, rechnet jedes dritte Wiener Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten mit steigenden Umsätzen. Auch die Meinung über das allgemeine Wirtschaftsklima hat sich stark verbessert. Diese neuesten Umfrageergebnisse sind in zweifacher Hinsicht wertvoll und wichtig für Wien. Denn einerseits stützen sich die Unternehmer mit ihrer Meinung auf die realen Wirtschaftsdaten ihres eigenen Unternehmens – etwa die Auftragslage, Investitionsplanung oder die erwartete Beschäftigungsentwicklung. Und andererseits decken sich die Aussagen der Unternehmen mit jenen der Wirtschaftsforscher, die Österreichs Wirtschaft für ausreichend robust und dynamisch halten, um einem nachhaltigen, stabilen Wachstumskurs den Weg zu bereiten.

Erfolg hängt von Strukturreformen ab
Hinter dem Erfolg der österreichischen und ganz besonders der Wiener Wirtschaft steckt nicht, das Los der richtigen geografischen Lage gezogen zu haben. Denn auch hierzulande ist man als Unternehmen nur mit harter Arbeit erfolgreich. Von Kostendisziplin, Auftragsmanagement, Innovationsdenken und laufender Prozessoptimierung gar nicht zu reden. Dieselben Grundsätze gilt es auch innerhalb des staatlichen Gefüges noch stärker zu verankern. Denn die vielen Bemühungen, den mediterranen EU-Mitgliedstaaten unter die Arme zu greifen, haben bedauerlicherweise den auch in Österreich gegebenen Reformbedarf aus der öffentlichen Diskussion vertrieben. Dabei hängen unser zukünftiger Erfolg als Volkswirtschaft und effektiv umgesetzte Strukturreformen eng zusammen. Die derzeit guten Aussichten für Österreich dürfen also nicht dazu führen, notwendige Reformen – etwa in der Verwaltung, in der Bildung oder im Gesundheitswesen – auf den Sankt-Nimmerleinstag zu verschieben.

Neues Schuljahr für Reformen nutzen

Pressekommentar

In wenigen Wochen beginnt das neue Schuljahr – und damit gibt es eine neue Chance, Wiens Schülerinnen und Schüler auf das Arbeitsleben optimal vorzubereiten. Das wird überwiegend auch gut gelingen. Nicht zuletzt dank der neuen Berufsbildungs-Initiative, die allen Wiener Schülern der achten Schulstufe helfen wird, die eigenen Fähigkeiten und die Anforderungen der Wirtschaft an künftige Arbeitskräfte besser kennenzulernen. Ziel des von uns gemeinsam mit dem Stadtschulrat entwickelten Projekts ist es, die praxis- und wirtschaftsorientierten Fähigkeiten der Jugendlichen transparent zu machen und den Schülern Orientierung zu geben. Vor allem geht es um Rechnen und Zahlengefühl, Rechtschreibung und Grammatik, Textverständnis, technisches Verständnis, Konzentration und Beobachtungsgabe. Damit werden die Stärken und Interessen der Jugendlichen frühzeitig aufgespürt, eine Vorbereitung auf die unterschiedlichen Berufe soll darauf aufbauen. Daneben gibt es etliche offene Forderungen im Bildungssystem, die nach wie vor auf ihre ernsthafte Befassung warten.

Zukunft unserer Kinder muss Priorität haben
Dazu gehören Pflichtschul-Lehrpläne, die wirtschaftliche Zusammenhänge umfassend berücksichtigen oder das Interesse an Technik und Naturwissenschaften wecken. An der Begeisterungsfähigkeit der Jugendlichen an diesen Themen mangelt es jedenfalls nicht, wie vor kurzem die von der Wirtschaftskammer Wien unterstützte Kinder-Business- Week mit 4000 Kindern gezeigt hat. Handlungsbedarf gibt es auch bei der Lehrerausbildung, die zu wenig wirtschaftsnah ist, und bei der Schulinfrastruktur. Lehrer haben einen Anspruch auf alles, was sie zur Erfüllung ihres Berufes benötigen – also etwa auf ausreichende und zeitgemäße Arbeitsplätze in den Lehrerzimmern. Große Verantwortung kommt aber auch dem familiären Umfeld zu. Gerade in Wien gibt es viele Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die dem Unterricht daher nicht im gebotenen Maße folgen können. Etwaige Defizite sind frühzeitig zu erkennen, um individuelle Unterstützungen bereitstellen zu können. Dafür sind die notwendigen finanziellen Mittel und personellen Ressourcen vorzusehen. Nehmen wir daher den kommenden Schulbeginn zum Anlass, endlich wichtige Reformschritte einzuleiten. Die Zukunft unserer Kinder und damit der Unternehmer und ihrer Mitarbeiter von morgen muss Priorität bei allen Politikern haben.