Wer die Nase vorne hat

Pressekommentar

Im härter werdenden Wettbewerb ist längst nicht immer der günstigste Preis gefragt. Das, worauf es ankommt, sind gute Ideen, mit denen man bei Kunden punktet. Diese betrieblichen Innovationen sind die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes und ein Wachstumsmotor für Wiens Wirtschaft. Sie sichern den entscheidenden Vorsprung gegenüber dem nationalen und internationalen Mitbewerb, bringen Fortschritt und generieren Nachfrage nach den eigenen Produkten und Dienstleistungen. Sie stellen das Unternehmen ins Rampenlicht und schärfen sein Profil gegenüber den Kunden. Daher gilt es, auf die Innovationsleistung der Wiener Betriebe höchste Aufmerksamkeit zu legen, die Rahmenbedingungen für Innovationen zu verbessern und die Umsetzung von erfolgsversprechenden Projekten zu unterstützen.

Beste Chancen am Markt
Eben hier setzt die Wirtschaftskammer Wien seit 25 Jahren mit dem Innovationspreis MERCUR und den begleitenden Angeboten für Wiener Unternehmen an. Seit seiner ersten Ausschreibung haben sich rund 1300 faszinierende Projekte für den MERCUR beworben. Diese 1300 Einreichungen sind jedoch nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Innovationskraft der Wiener Wirtschaft. Denn neue Entwicklungen, die den Kunden spürbare Vorteile bringen und beste Chancen am Markt haben, gibt es noch deutlich öfter, wie auch der jüngste Innovationsbericht der Europäischen Union vor kurzem gezeigt hat. Dieser hat ergeben, dass die klein- und mittelständische Wirtschaft in Österreich im Vergleich zu anderen europäischen Staaten bei Inhouse-Innovationen überdurchschnittliche Leistungen erbringt.

Suche nach Innovationen
Damit ist klar dokumentiert, dass die heimischen Unternehmen die Innovationstreiber unseres Landes sind. Wichtig ist das Bewusstsein, dass Innovationen in jedem Betrieb umsetzbar sind und dass es dafür nicht immer viel Geld braucht. Dafür muss man sich aber – so empfehlen es Innovationsberater – bewusst Zeit nehmen und Freiräume außerhalb des operativen Geschäfts schaffen, um sich der Suche nach Innovationen widmen zu können. Wer das tut, hat die Nase vorne.

Bildungspolitik darf keine Ferien machen

Bildung, Pressekommentar

Neun Wochen dauern die großen Ferien. Und auch Bildungspolitiker wollen Ferien machen. Rechtzeitig vor dem Ende des Schuljahres hat der Nationalrat daher das Bildungsvolksbegehren schnell behandelt und sanft entsorgt. Dabei besteht höchster Handlungsbedarf im österreichischen Schul- und Bildungswesen. Darüber kann auch die Einführung der Neuen Mittelschule ab dem neuen Schuljahr nicht hinwegtäuschen. Eine im Juni präsentierte Umfrage der Gfk Austria belegt, dass jeder fünfte Jugendliche nicht prozentrechnen kann. Und 68 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in der Schule nie Informationen über Finanzthemen erhalten haben. Ein erschreckendes Ergebnis.

Chancen für Weiterbildung gering
Damit nicht genug: Das Erwerbskarrieren-Monitoring der Statistik Austria zeigt, dass nur 4,5 Prozent der Maturanten direkt in das Erwerbsleben wechseln. Für niemanden sind die Jobaussichten so schlecht wie für AHS-Maturanten. Lehrabsolventen werden hingegen vom Arbeitsmarkt gut aufgenommen. Fast jeder zweite findet binnen drei Monaten eine Stelle. Dafür sind die Chancen für Weiterbildung – und damit auf eine bessere Karriere – gering. Es ist längst an der Zeit, endlich eine grundlegende und umfassende Reform des Bildungswesens anzugehen. Mit dem Flickwerk der letzten Jahre ist es nicht getan.

Ball liegt bei der Politik
Zwar wird ab Herbst an den Neuen Mittelschulen mit dem Unterrichtsfach „Berufsorientierung“ eine langjährige Forderung der Wirtschaft endlich umgesetzt, doch die Gleichstellung etwa der qualitativ höchst anspruchsvollen Meisterprüfung mit einem akademischen Abschluss, der gezielte Aufbau von lebenslangen Bildungskarrieren oder die in jeder Hinsicht verbesserte pädagogische Betreuung  unserer Kinder und Jugendlichen – das alles lässt nach wie vor auf sich warten. Stattdessen diskutiert die Politik Geldstrafen für Schulschwänzer. Ein Sommerlochthema und ein Problem, das sich durch ein besseres, interessanteres, motivierenderes Schulsystem allemal leichter lösen ließe. Die Vorschläge und Initiativen der Wirtschaftskammer dazu wurden von mir schon vielfach vorgestellt. Der Ball liegt einmal mehr bei der Politik.