Kleine Beträge, große Wirkung

Pressekommentar

Eine neue Maschine für einen Tischlereibetrieb, ein neuer Entlüfter für ein Restaurant oder ein neues Kassasystem für ein Bekleidungsgeschäft – oft sind es relativ kleine Investitionen, die in Wiener KMU nötig sind, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Dies zeigt sich auch in der Wiener Investitionsbilanz. Aus ihr geht hervor, dass sich die Hälfte aller betrieblichen Investitionen von Klein- und Mittelbetrieben auf weniger als 10.000 Euro beläuft. Diese Mittel als Fremdkapital zu beschaffen, ist allerdings nicht immer ganz einfach. Daher stellen Wirtschaftskammer Wien und Stadt Wien über die Gemeinsame Kreditaktion Wiener KMU günstige Kleinkredite zur Verfügung, die rasch und unbürokratisch zu bekommen sind.

Kredittopf wurde zur Gänze ausgeschöpft
Wie wichtig dieses Angebot für Wiener KMU ist, zeigt die rege Inanspruchnahme. Allein im letzten Jahr haben 574 Wiener Betriebe diesen Kredit genutzt, um in die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens zu investieren, Betriebsmittel anzuschaffen oder ihre Liquidität zu stärken. Der mit fünf Millionen Euro dotierte Kredittopf wurde zur Gänze ausgeschöpft. An der Gemeinsamen Kreditaktion mit ihrer unternehmensfreundlichen Nutzbarkeit können sich viele öffentliche Förderstellen ein Beispiel nehmen. Denn aufgrund der vielen bürokratischen Hürden, die bei Förderanträgen in den Weg gelegt werden, wird längst nicht jeder Fördertopf zur Gänze ausgenutzt, und die Fördermittel erreichen auch nicht jeden, der sie braucht. Viele Betriebe geben wegen der Komplexität und der langen Dauer der Förderverfahren auf und verzichten auf wertvolle Fördergelder – trotz umfassender Unterstützung von Seiten der Wirtschaftskammer Wien, die jedes Unternehmen für Förderverfahren in Anspruch nehmen kann.

In Betrieben wird das Geld gebraucht
All dies muss nicht sein. In unserem aktuellen Wirtschaftsprogramm haben wir der öffentlichen Hand einen wirtschaftsnahen Vorschlag unterbreitet, wie das öffentliche Förderwesen auf ein zweistufiges Verfahren umgestellt werden kann, wo zunächst die Förderwürdigkeit des Projekts festgestellt wird und erst danach detaillierte Unterlagen abzugeben sind. Dies ist dringend umzusetzen. In den Betrieben wird das Geld gebraucht.

Umweltschutz auf Abwegen

Pressekommentar

Wiens Unternehmen nehmen Umweltschutz ernst. Allein über den Öko Business- Plan von Stadt Wien, Wirtschaftskammer Wien und Lebensministerium wurden in den letzten Jahren mehr als 11.000 betriebliche Umweltprojekte umgesetzt. Dadurch wurde der Energie-, Wasser- und Materialverbrauch der Unternehmen drastisch reduziert. Diese Betriebe haben sich von sich aus dazu entschieden, weil sich die Projekte wirtschaftlich rechneten und zum selbst gewählten Zeitpunkt finanziell und organisatorisch umsetzbar waren.

Unverständlich und kontraproduktiv
Nun will der österreichische Gesetzgeber von diesem Prinzip der Selbstbestimmung abgehen und mit einem neuen Energie- Effizienzgesetz große wie kleine Betriebe zwingen, vorgegebene Energiesparziele zu erreichen und sich durch externe Gutachter auf eigene Kosten regelmäßig überprüfen zu lassen. Zudem sollen die Unternehmen verpflichtet werden, konkrete Investitionen in Energieeffizienz vorzunehmen und eine neue Energieabgabe zu entrichten, aus der künftig Förderungen für Energieeffizienz-Projekte finanziert werden sollen. Einen Mechanismus, wie bereits erreichte Einsparungen berücksichtigt werden, gibt es in der derzeitigen Gesetzesvorlage nicht. Umweltschutz ist ein zentrales Thema für uns alle und die Unternehmen werden aktiv an der sinnvollen Weiterentwicklung selbstverständlich mitwirken. Aber dieser Plan ist ein wirtschafts- und umweltpolitischer Unfug ersten Ranges. Noch dazu, wo zeitgleich auf EU-Ebene dasselbe Thema diskutiert wird und hier noch keineswegs Einigkeit herrscht, wie der Weg zu mehr Energieeffizienz am besten erreicht werden kann. Es ist daher völlig unverständlich und kontraproduktiv, jetzt auf österreichischer Ebene einen nationalen Alleingang zu planen – noch dazu in dieser Form. Und in noch einem wesentlichen Punkt ist der aktuelle Plan der Bundesregierung abzulehnen.

Teurer Bürokratieaufbau
Denn mit dem neuen Gesetz soll – wieder einmal – eine neue Behörde ins Leben gerufen werden, die die Effizienzsteigerung auf Unternehmensseite überwacht, kontrolliert und allenfalls sanktioniert. Die Rechnung für diesen teuren Bürokratieaufbau ist freilich von den Unternehmen zu begleichen. Die Bundesregierung ist dringend aufgerufen, von diesem unternehmensfeindlichen
Vorhaben wieder Abstand zu nehmen und stattdessen im Rahmen der Diskussion innerhalb der EU optimale Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten, die sowohl die Umwelt als auch die Anliegen der Wirtschaft berücksichtigen.

Für ein vernünftiges Miteinander

Pressekommentar

Wien ist seit jeher ein Schmelztiegel der Nationen. Heute müssen wir mit diesem Umstand aber anders umgehen als vor 100 Jahren. Denn die Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen und das öffentliche Bewusstsein, dass Unterschiede nicht zuzudecken, sondern anzuschauen sind, macht eine ganze Reihe von Änderungen notwendig. Und sie betreffen uns alle. In der Wirtschaftskammer Wien stellen wir uns dieser Frage schon seit einigen Jahren sehr strukturiert. Wir haben festgestellt, dass Eigenschaften wie eine gemeinsame Sprache, ein gemeinsamer kultureller Hintergrund oder vergleichbare Lebensbiografien zwischen vielen Unternehmern als starke Verbindungsklammern wirken. Die Zugehörigkeit zu einer Branche tritt dabei oft in den Hintergrund. Und wir haben festgestellt, dass Unternehmer aus anderen Kulturkreisen unsere Serviceleistungen weniger oft in Anspruch nehmen und nur über deren Verbände oder Vereine erreichbar sind. Schritt für Schritt haben wir daher die kulturellen Eintrittsbarrieren für diese Mitgliedsbetriebe abgebaut und die Kammer weiter geöffnet.

Klartext reden
Klar ist aber auch, dass ein vernünftiges Miteinander das Aufeinander-Zugehen beider Seiten voraussetzt. Hier braucht es eine offene Kommunikation in beide Richtungen und einen wechselseitigen Willen, das Besondere des anderen ebenso bewusst zu sehen wie das Verbindende! Gerade in der Unternehmerschaft muss letzteres immer auch zentrales Element unseres Denkens und Handelns sein. Denn wenn Menschen unterschiedlicher Kulturkreise augenscheinlich oft wenig verbindet – als Unternehmer stehen sie in aller Regel vor denselben Herausforderungen des wirtschaftlichen Alltags. Nicht zuletzt muss es in diesen Begegnungen aber auch selbstverständlich werden, Klartext zu reden. Denn allzu oft scheitert das Miteinander immer noch daran, dass zu wenig und zu wenig offen geredet wird. Doch es ist notwendig, Probleme offen anzusprechen. Das gilt für beide Seiten. Daher haben wir auch heuer die Wiener Integrationswoche unterstützt, bei der eine Vielzahl an Unternehmen und Vereinen die Chance genützt haben, diesen integrativen Austausch voranzutreiben. Sie alle haben erkannt, dass sie ein vernünftiges Miteinander mit Rechten und Pflichten auf beiden Seiten weiter bringt.

U-Bahn-Ausbau vorantreiben

Pressekommentar

In den letzten 34 Jahren ist es gelungen, in Wien ein absolut herzeigbares U Bahnnetz aufzubauen. Der öffentliche Verkehr in der Stadt hat damit wesentlich an Attraktivität gewonnen und erweist sich für viele Bewohner wie auch für Pendler als annehmbare Alternative zum eigenen Pkw. Die Investitionen dafür waren freilich enorm. In Summe sind bis heute acht Milliarden Euro in den U-Bahn-Ausbau geflossen. Diese Investitionen werden von den Wiener Unternehmen über die „U-Bahn-Steuer” wesentlich mitfinanziert. Allein im heurigen Jahren werden die Unternehmen laut Gemeinderatsbeschluss 69 Millionen Euro dafür zu bezahlen haben. Wie das Wiener U-Bahnnetz in Zukunft noch weiter ausgebaut werden kann, ist allerdings umstritten. Vor kurzem hat die Stadt Wien die „U-Bahn-Steuer” fast verdreifacht – es ist daher nur verständlich, dass die Wirtschaft bei der künftigen Ausbauplanung stärker mitreden will. Dies betrifft beispielsweise die Verlängerung der U1 vom Reumannplatz nach Süden. Beschlossen wurde eine Linienführung zur Therme Wien in Oberlaa – eine Endstation, die sich für das Abfangen von Pendlerströmen aus Niederösterreich über eine Park&Ride- Anlage keinesfalls eignet.

Zukunftsorientierter Vorschlag
Angesichts der derzeit unklaren Entwicklungsmöglichkeiten in Rothneusiedl ist die Führung bis Oberlaa zwar nachvollziehbar, für eine langfristige Stadtentwicklung muss allerdings eine Trassenführung Richtung Rothneusiedl weiterverfolgt werden. Denn sobald dort die Stadtentwicklung konkreter ist, muss alles vorbereitet sein, um diese Gebiete mit einer leistungsfähigen U-Bahn aufzuschließen und mittels Park&Ride eine Schnittstelle für den regionalen Verkehr zu schaffen. Auch bei der gänzlich noch fehlenden U-Bahnlinie U5 ist es nun endlich an der Zeit, konkrete Planungen aufzunehmen. Seit Jahrzehnten werden immer wieder unterschiedliche Streckenverläufe diskutiert und verworfen. Ich habe daher einen neuen, zukunftsorientierten Vorschlag auf den Tisch gelegt, wie der Nordwesten Wiens mit den innerstädtischen Grätzeln und Einkaufsstraßen und dem Stadtentwicklungsgebiet am Hauptbahnhof Wien verbunden werden kann. Mit der Herstellung dieser noch fehlenden Achse im hochrangigen öffentlichen Verkehrsnetz Wiens erhalten tausende Unternehmen endlich Zugang zu den unbestreitbaren Vorteilen eines U-Bahn-Anschlusses. Die Zeit ist reif, die nächste Ausbauetappe für Wiens U-Bahn-Netz einzuläuten und wichtige Lücken zu schließen.