E-Mobilität mit Hindernissen

Pressekommentar

In den letzten Jahren hat sich das E-Bike zu einem wahren Verkaufsschlager entwickelt. Neben den teilweise hohen Förderungen für die Anschaffung von E-Bikes war für diese Entwicklung insbesondere der konkrete Nutzen für Radfahrer verantwortlich. Vor allem ältere Menschen haben bei dieser Innovation zugegriffen und treiben die weitere Entwicklung durch ihre rege Nachfrage voran. Doch bei einem elektrobetriebenen Pkw oder Bus – was ist hier der konkrete Konsumentennutzen? Diese Frage ist bis heute nur unzureichend beantwortet. Denn zur Zeit ist die Reichweite von E-Fahrzeugen immer noch sehr eingeschränkt, die Ladezeiten für die benötigten Akkus sind sehr lang. Ladestationen im öffentlichen Raum sind eine Rarität, massentaugliche Akku- Wechsel-Systeme fehlen sowieso. Aus diesen Gründen ist E-Mobilität für Vielfahrer, wie sie in der gewerblichen Wirtschaft im überwiegenden Maße anzutreffen sind, derzeit noch keine Option für einen breiten Einsatz.

Geeignete Rahmenbedingungen schaffen
Bleibt die Frage nach dem Umweltschutz. Zweifellos punkten E-Motoren mit einer lupenreinen CO2-Bilanz – wenn der verwendete Strom umweltfreundlich erzeugt wurde. Zugleich werden aber auch konventionelle Verbrennungsmotoren immer effizienter und emissionsärmer und treten auch hier mit E-Motoren zunehmend in Konkurrenz. Bevor Elektromobilität in Österreich in nennenswerten Dimensionen Platz greifen kann, müssen also noch eine ganze Reihe von Hindernissen überwunden werden. Mit den ersten Pilotprojekten wurde aber eine Entwicklung in Gang gesetzt, die das Mobilitätsangebot der Zukunft wesentlich verändern wird und Chancen für zahlreiche Branchen bietet. Jetzt liegt es an der Politik, für geeignete Rahmenbedingungen zu sorgen, um die nächsten Schritte anzureizen – etwa durch die Vorgabe von Emissionsobergrenzen für Kraftfahrzeuge.

Alternativen andenken
Damit wird es der Industrie ermöglicht, neben der Entwicklung von E-Motoren auch an der weiteren Optimierung von Verbrennungsmotoren – beispielsweise für Erdgasautos – und an sonstigen Antriebsformen zu arbeiten. Eine einseitige Förderung von E-Mobilität würde diese positiven Entwicklungen behindern und wäre daher der falsche Weg. Für den optimalen Verkehr der Zukunft muss aber auch hinterfragt werden, ob in Großstädten jeder Private seinen eigenen Pkw noch haben will – lange Stehzeiten inklusive – oder ob es hierfür nicht Alternativen gibt.

Orientierung geben, Chancen eröffnen

Pressekommentar

Vergangene Woche konnte ich nach umfangreichen Vorbereitungen und konstruktiven Verhandlungen mit der Präsidentin des Wiener Stadtschulrate, Frau Dr. Susanne Brandsteidl, ein bisher einzigartiges Kooperationsprojekt besiegeln. Ab Herbst diesen Jahres wird in den Wiener Pflichtschulen ein völlig neuer, von Experten aus Wirtschaft und Bildung entwickelter Test unter der Bezeichnung „Talente-Scan Berufsausbildung“ implementiert. Gestartet wird zunächst in 22 Mittelschulen, ein Schuljahr und viele Erfahrungen später soll das Programm auf alle Wiener Pflichtschulen ausgeweitet werden, sodass alle rund 18.000 Wiener Schülerinnen und Schüler der achten Schulstufe teilnehmen.

Besser einschätzen lernen
Der Test wird Orientierung geben. Die Jugendlichen erhalten Informationen über ihre Stärken und naturgemäß auch über vorhandene Schwächen. Gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern, die in diesem Fall nicht als Überprüfer von Leistungen, sondern als Berater fungieren und analysieren, können dann Maßnahmen zur Verbesserung besprochen und eingeleitet werden. Erfahrungsgemäß ist diese Orientierung ganz besonders für jene jungen Menschen wichtig, die eine Ausbildung in einem der unzähligen Lehrberufe anstreben. Sie sollen zeitgerecht erfahren, welche Anforderungen auf sie zukommen und welche Erwartungen seitens der Betriebe gegeben sind, um eine Lehrausbildung beginnen zu können. Der „Talente-Scan Berufsausbildung“ unterstützt dabei, sich besser einschätzen zu lernen, ein „böses Erwachen“ bei den ersten Vorstellungs-gesprächen darf es künftig nicht mehr geben.

Testprogramm ist ein Meilenstein
Mit dem neuen Test wird auch das Ziel verfolgt, den Blick der Jugendlichen und ihrer Eltern auf die vielfältigen Entwicklungswege, die im Bereich der Berufsausbildung bereit stehen, zu schärfen. Denn von den knapp 200 Lehrberufen, die in Wiener Betrieben angeboten werden, kennen die meisten Jugendlichen nicht einmal zehn. Dies kann sich nur ändern, wenn auch in den Schulen Berufsbildung integraler Bestandteil des Lehrplans – und damit verpflichtend für alle Schüler – wird. Das neue Testprogramm ist ein Meilenstein auf diesem Weg.

Exportchancen nutzen

Pressekommentar

Heute sind bereits mehr als 7000 Wiener Betriebe im Export tätig. Sie haben den Schritt über die Grenzen Österreichs gesetzt, Abnehmer für ihre Produkte und Dienstleistungen im Ausland gefunden und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen aufgebaut. Diese Entwicklungen, die für den Einzelnen viele Chancen bieten, sind in mehrfacher Hinsicht unverzichtbar. Gesamtökonomisch gesehen erwirtschaften die Exporteure bereits mehr als 50 Prozent unserer volkswirtschaftlichen Leistungsbilanz und tragen damit entscheidend zum Wohlstand bei. Heruntergebrochen auf das einzelne Unternehmen geht es vor allem darum, neben den vielfach gesättigten heimischen Märkten neue Absatzmärkte zu gewinnen und Wachstum zu generieren. Wer allerdings heute am globalen Markt reüssieren will, muss seine Wettbewerbsfähigkeit im besonderen Maße stärken.

Dynamischen Entwicklung in letzten zehn Jahre
Das zeigt eine Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche. Ihr zufolge haben österreichische Exportunternehmen gegenüber nicht-exportierenden Unternehmen eine um 1,7-mal höhere Produktivität, investieren deutlich mehr und erzielen deutlich höhere Umsätze. Dass Wiens Unternehmen dieser Herausforderung gerecht werden, zeigt sich in der dynamischen Entwicklung der letzten zehn Jahre. Das Exportvolumen ist mittlerweile auf rund 27 Milliarden Euro gestiegen, wobei längst nicht mehr nur Waren den Weg über die Grenzen finden. Auf den Dienstleistungsexport entfallen mittlerweile jährlich zwölf Milliarden Euro oder rund 45 Prozent der Ausfuhren. Ein erheblicher Anteil entfällt auf die expansive Finanzdienstleistungs- und Versicherungswirtschaft, die insbesondere in die nahen osteuropäischen Märkte expandiert hat. Aber auch traditionelle Dienstleistungen wie die Transportwirtschaft oder die wissensbasierten Dienstleitungen – etwa im Bereich der Kreativwirtschaft – haben ihre Exportzahlen erheblich steigern können. Bei letzteren ist Wien bereits führender Exporteur unter allen österreichischen Bundesländern. Das Wagnis Export ist keine Frage der Betriebsgröße, denn die klein- und mittelständischen Betriebe haben noch viel Potenzial. Die Wirtschaftskammer unterstützt alle Betriebe auf vielfältige Art und Weise, unser Außenwirtschaftssystem ist eines der Besten weltweit. Nutzen Sie dieses Angebot.