Standort Wien ist stark gefragt

Pressekommentar

Die Ansiedlungsbilanz 2011 zeigt ein positives Bild. Wien ist auch vergangenes Jahr mit großem Abstand zu den übrigen Bundesländern nachgefragtester Standort für ausländische Ansiedlungen gewesen und konnte sich dadurch erneut als führendes Wirtschaftszentrum Österreichs behaupten. Mehr als 120 ausländische Unternehmen haben 2011 in Wien eine Niederlassung eröffnet und damit die Internationalität der Bundeshauptstadt gestärkt. Mit den Firmengründungen war die Schaffung von mehr als 1900 Arbeitsplätzen verbunden. Das ausgelöste Investitionsvolumen liegt bei rund 200 Millionen Euro. Ebenfalls unangefochten an der Spitze steht Wien bei den Direktinvestitionen. Mehr als 80 Milliarden Euro bzw. 70 Prozent des Investitionsvolumens internationaler Unternehmen in Österreich entfallen auf Wien.

Hohe Erwartungshaltungen an den Standort Wien
Die größten Investments betreffen den Finanz und Versicherungssektor, gefolgt von den Branchen IT, Logistik, Transithandel und Beratung. Mit beeindruckenden Auswirkungen: Fast ein Fünftel der Arbeitsplätze der gewerblichen Wirtschaft in Wien wird von Betrieben mit ausländischer Beteiligung gesichert. Für die Wiener Wirtschaft sind Ansiedlungen und Direktinvestitionen daher von erheblicher Bedeutung. Einerseits gehen von vielen Unternehmen wichtige Impulse im Bereich F&E aus, andererseits generieren sie zusätzliche Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der heimischen KMU, die Wachstum und Beschäftigung bedingen. Übertriebene Freude ob der positiven Zahlen ist aber unangebracht. Denn internationale Unternehmen haben hohe Erwartungshaltungen an den Standort Wien. Dazu zählen top-qualifizierte und flexible Mitarbeiter, eine unbürokratische Visumerlangung für ausländische Spitzenarbeitskräfte, überschaubare Lohnnebenkosten und eine exzellente Infrastruktur. Das ist ein klarer Auftrag an die heimische Politik, die Rahmenbedingungen für ansiedelnde Betriebe und Investoren ständig zu verbessern und sämtliche wirtschaftspolitischen Maßnahmen daraufhin zu prüfen, ob sie die Standortqualität stärken. Denn Wien braucht diese Internationalität. Sie ist ein Schlüsselelement unseres Erfolgs in einer globalen Wirtschaft.

Bewohnerprivileg Parkkarte fällt

Pressekommentar

45.000 Wiener Unternehmen können aufatmen. Ich freue mich, dass sie die städtische Parkraumbewirtschaftung nunmehr gleichberechtigt behandelt und künftig den Zugang zur Parkkarte angelehnt an die Regelungen für Bewohner gestaltet. Das ist das Ergebnis von konstruktiven Verhandlungen zwischen der Stadt Wien und der Wirtschaftskammer Wien, die vor wenigen Tagen positiv abgeschlossen wurden. Die Neuregelungen der Zugangsbestimmungen für Unternehmer werden ab 1. Juli 2012 gelten und Verbesserungen in allen wichtigen Bereichen vorsehen. Jedes Unternehmen, das betriebsnotwendige Fahrten nachweist, wird Anspruch auf eine Parkkarte im eigenen Bezirk haben. Bei mehreren Standorten können Parkkarten für bis zu vier Bezirke beantragt werden. Die Parkkarten werden zudem administrativ weitaus einfacher zu erhalten sein und nicht mehr kosten, als Bewohner dafür zu bezahlen haben. Und es werden künftig auch praktisch alle Pkw als betriebliche Transportfahrzeuge anerkannt, was den realen Bedürfnissen der meisten Wiener Unternehmen entspricht.

Standort wird wirtschaftsfreundlicher
Denn laut einer Untersuchung der Wirtschaftskammer Wien aus dem Vorjahr werden die meisten betrieblich motivierten Fahrten mit einem Pkw durchgeführt – bislang aber meist ohne Möglichkeit, sein Fahrzeug im Heimatbezirk mittels Parkkarte abstellen zu können. Der Einigung über die Neuregelung der Zugangsvoraussetzungen sind intensive Verhandlungen vorausgegangen. Es ist uns gelungen, die negativen Auswirkungen der bisherigen Regelung auf die Wirtschaftskraft der Unternehmen zu dokumentieren und zugleich aufzuzeigen, dass ein gleichberechtigter Zugang für Unternehmen das sensible Verkehrsgefüge in den bewirtschafteten Bezirken keinesfalls gefährdet. Der öffentliche Parkraum hat während der Firmengeschäftszeiten noch ausreichend Kapazitäten, um die Fahrzeuge der Unternehmen problemlos aufnehmen zu können, zumal die meisten der Kfz auch bisher schon – mit all den bekannten Hürden – abgestellt wurden. Als Standort für unternehmerisches Schaffen wird Wien damit ein großes Stück wirtschaftsfreundlicher. Mein Dank gilt allen Verhandlungsteilnehmern der Wiener Koalitionsregierung.

Kräftemessen in Leipzig

Pressekommentar

Wirtschaftliche Stärke ist niemals grundlos. In manchen Ländern basiert sie auf niedrigen Löhnen und Massenproduktion in anderen auf einem günstigen Zugang zu Rohstoffen. Die Stärke der Wiener Unternehmen fußt auf der Qualifikation der Menschen, die am Wirtschaftsprozess beteiligt sind. Also auf ihrem Fachwissen, ihrer Innovationskraft, ihrer Kreativität und ihrer Anpassungsfähigkeit. Hier sind Wiens Unternehmen stark und zeigen dies mit ihren Erfolgen auch deutlich. Klar ist auch, dass wir nicht die einzigen in der Welt sind, die ihren wirtschaftlichen Erfolg auf Qualifikation bauen. Und unsere Konkurrenten sind längst nicht mehr nur die westlichen Industriestaaten. Denn Länder wie China, Südkorea oder Indien investieren massiv in die Ausbildung ihrer Bevölkerung und sind sich bewusst, dass der nächste Schritt ihrer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung nur über ein Mehr an Bildung und Ausbildung zu erreichen sein wird. In welchem Umfeld sich österreichische und speziell Wiener Fachkräfte international einreihen dürfen, zeigen die Berufsweltmeisterschaften WorldSkills alle zwei Jahre eindrucksvoll vor.

Optimale Verbindung aus Praxis und Theorie
Bei der jüngsten Meisterschaft in London im vergangenen Oktober konnten unsere Fachkräfte herausragende Erfolge verbuchen. Das nächste Kräftemessen der besten Jungfachkräfte in mehr als 40 verschiedenen Berufen findet im Juli 2013 in Leipzig statt. Doch es geht nicht nur um einen „sportlichen” Erfolg. Unser heimisches System der dualen Ausbildung, der optimalen Verbindung aus Praxis und Theorie, sichert den dringend benötigten Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften. Hier haben junge Menschen die besten Möglichkeiten, sich auf eine in jeder Hinsicht erfolgreiche Karriere vorzubereiten. Leider aber nehmen zu wenige dieses Angebot einer hervorragenden Ausbildung an. Denn immer noch hat die Lehre in der Öffentlichkeit im Vergleich zur (Hoch-)Schulbildung ein Imageproblem. Umso wichtiger sind Institutionen wie WorldSkills. Sie demonstrieren Jugendlichen wie Unternehmen eindrucksvoll die Stärken der dualen Ausbildung. Daher lädt auch diesmal die Wirtschaftskammer Wien Wiener Unternehmen ein, besonders begabte Jungfachkräfte für diesen Wettbewerb zu nominieren.

Soziales Netz enger knüpfen

Pressekommentar

In die weitere Verbesserung der sozialen Absicherung von Unternehmern kommt Bewegung. Vor kurzem beschloss der Ministerrat die ersten Schritte in Richtung Krankengeldregelung für Kleinunternehmer. Dadurch soll die seit langem in diesem Bereich bestehende Benachteiligung von Unternehmern gegenüber unselbstständig Beschäftigten beseitigt werden. Denn während Angestellte im Krankheitsfall Anspruch auf Entgeltfortzahlung und Krankengeld haben, können Unternehmer lediglich auf eine allenfalls vorhandene freiwillige Zusatzversicherung zurückgreifen, um ihren Verdienstausfall aufzufangen. Freilich können sich gerade die vielen Kleinunternehmer mit einem Jahresumsatz von teilweise unter 10.000 Euro solche Zusatzversicherungen kaum leisten. Waren in den letzten Jahren die Verbesserungen in der Arbeitslosenversicherung oder die Einführung der Selbständigenvorsorge als zweite Pensionssäule maßgebende Meilensteine im Ausbau der sozialen Absicherung von Unternehmern, so gilt es nun als nächsten Schritt das Krankengeld rasch und umfassend umzusetzen.

Damit alleine ist es allerdings nicht getan. Denn nach wie vor belasten zu hohe Steuern, Sozialabgaben und Gebühren tausende Wiener Kleinunternehmer und lassen kaum Spielraum, mit der selbstständigen Tätigkeit alleine sein Leben zu bestreiten. Bei Zahlungsschwierigkeiten ist die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) derzeit gesetzlich verpflichtet, rasch zu mahnen, die ausstehenden Beiträge zu exekutieren und bei Erfolglosigkeit den Konkursantrag zu stellen. Hier muss der SVA vom Gesetzgeber der Spielraum eingeräumt werden, um in begründeten Fällen individuell auf ihre Versicherten eingehen zu können. Auch in der ohnehin so schwierigen Gründerphase könnten tausende Jungunternehmer durch Zahlungserleichterungen in Form von großzügigeren Zahlungsfristen profitieren. Dringend angepasst gehört auch die Wochengeldregelung für Unternehmerinnen, die in ihren Ansprüchen gegenüber Angestellten nach wie vor empfindlich benachteiligt sind.

Es ist daher an der Zeit, den Druck auf die Politik weiter zu erhöhen und mit dem Votum der Versicherten zu verstärken. Eine breite Beteiligung bei der erstmals durchgeführten Mitgliederbefragung der SVA, die noch vor dem Sommer starten soll, ist daher von entscheidender Bedeutung. Denn selbstständig tätige Menschen haben das gleiche Recht auf faire Rahmenbedingungen wie alle anderen Teilnehmer am Wirtschaftsgeschehen.

Wissen aufbauen, Wissen nutzen

Pressekommentar

Als Wirtschaftsfaktor wird Wissen immer wichtiger. Das belegt nun – ein weiteres Mal – die aktuelle Studie eines deutschen Wirtschaftsforschungsinstituts, das die ökonomische Entwicklung der 60 größten deutschen Städte analysiert hat. Das Ergebnis: Die Städte mit den besten wirtschaftlichen Aussichten für die kommenden Jahre sind allesamt Hochburgen des Wissens. Also Städte mit einem hohen Anteil an universitärer und außeruniversitärer Forschung und Lehre, mit einer überdurchschnittlich qualifizierten Bevölkerung und mit einem hohen wirtschaftlichen Umsetzungsgrad bei Forschungsergebnissen.

Wien hat gute Ausgangslage
Für Wien sind diese Erkenntnisse in einem extrem hohen Maß relevant. Denn der Standortwettbewerb entscheidet sich immer stärker im Kampf um kluge Köpfe, wie die Studienautoren richtiger Weise feststellen. In diesem Wettbewerb hat Wien eine gute Ausgangslage. Denn mit seinen 900 Forschungseinrichtungen und 35.000 Beschäftigten in der Forschung verfügt unsere Stadt über viel Wissen. Dieses Wissen gilt es in einem weit höheren Maß als bisher wirtschaftlich zu nutzen. Ganz besonderes Augenmerk muss dabei auf jene Forschungsergebnisse gelegt werden, die in den Schubladen unserer Universitäten liegen bleiben. Hier fehlt es oft an der richtigen Übersetzung in die Sprache der Wirtschaft, um ihre Relevanz für praktische Umsetzungen sichtbar zu machen.

Technik und Naturwissenschaften verankern
Ein guter Weg, um nachhaltig Verbesserungen zu erzielen, ist der Ausbau von Forschungskooperationen mit der Wirtschaft. Sie sind unverzichtbar, um Wissen bedarfsorientiert aufzubauen. Dabei ist zu hinterfragen, ob Wissensproduktion problemorientiert und anwendungsbezogen und somit für die Wirtschaft entsprechend aufbereitet bzw. umsetzbar ist. Aber Wissensproduktion ist längst nicht mehr Aufgabe von Forschungseinrichtungen allein. Der Stellenwert von Technik und Naturwissenschaften im Allgemeinen muss im Bildungssystem und damit langfristig in der Gesellschaft verankert werden. Hier gilt es, insbesondere die Fähigkeiten und Neigungen von Frauen für technische Berufe zu fördern. Denn, um als wissensorientierte Volkswirtschaft langfristig Erfolg zu haben, ist die Einbindung aller unerlässlich.